Er ist wieder da! Sohn1 hat eine Woche Klassenfahrt erfolgreich absolviert (es war seine allererste, da er damals in der 4. Klasse nicht mitgefahren ist) - und es hat ihm riesigen Spaß gemacht.
Das Abholen gestaltete sich etwas chaotisch. Ich war der Meinung, er käme um 12:45 Uhr wieder an der Schule an, aber - wer lesen kann, ist ganz klar im Vorteil - es sollte 12:00 Uhr sein. Das hatte ich gestern dem Zettel mit allen wichtigen und unwichtigen Informationen, der uns ausgeteilt wurde, entnommen.
Um 9:30 Uhr klingelt das Telefon und das liebe Kind flötet mir ins Ohr “Mama, wir kommen schon um 11!”
Ach, was war die Freude groß! Um 10 nach 10 hatte ich noch Krankengymnastik und danach sollte ich - als Elternbeirätin - noch einen Blumenstrauß für die Klassenlehrerin besorgen… Jo, bin ich Wonder Woman, oder was?
Um 11:02 Uhr bog ich bei der Schule um die Ecke - und es kamen mir schon Unmengen an MitschülerInnen mit ihren Eltern entgegen. Panik! Schlechtes Gewissen! Mein armes Kind muss warten! Rabenmutter! Und warum parkt der bescheuerte Bus am anderen Ende der Straße und die Parkplätze, die sowieso alle voll sind, sind hier vorne? Hallo?
Vor dem Bus finde ich unsere Klassenlehrerin und ihren männlichen Gegenpart sowie ein paar Kinder, aber wo ist mein Sohn? Schnell Blumen und Wein ausgehändigt, “Frohe Pfingsten” gewünscht und dann sah ich ihn: Auf der anderen Straßenseite lehnte er an einem Absperrgitter und sah ziemlich fertig aus. Neben ihm zwei Klassenkameraden, die bereits vor Erschöpfung auf ihren Taschen zusammengebrochen waren. Alle drei erinnerten an irgendetwas aus “Night of the Living Dead”.
Das Kind in die Arme schließen ging ja gar nicht! Das wäre megapeinlich gewesen. Also habe ich die drei schweigsamen Untoten ins Auto verfrachtet (die anderen beiden hatten ihre Eltern nicht erreicht…) und erstmal den Heimatort angesteuert. Nachdem die zwei Kameraden abgesetzt waren, fiel erstmals mein kritischer Blick im Rückspiegel auf meinen Ableger… “Sag mal, hast du diese Klamotten nicht schon am Montag angehabt?” - “Ja-ha…” - “Äh, hast du zwischenzeitlich, außer Schlafanzug und evtl. Badehose auch noch was von den anderen Sachen angehabt?” - “Ja, Unterhosen und Socken!” Halleluja, wenigstens etwas!
Unbenutzt war auch das Duschgel…
Und noch etwas hat er unbenutzt wieder mitgebracht: seine Brotdose!
Nur dumm, dass bei der Abfahrt sich dort ein Vollkornbrötchen mit Salami und Käse nebst einem Apfel drin befunden hatte…
Kennt ihr das Miller-Urey-Experiment? Nun, man kann auch mit den o.g. Zutaten sehr interessante Lebensformen schaffen…
Aber es scheint ihm gefallen zu haben - und vielleicht kann er morgen auch wieder sprechen…
Jetzt habe ich ihn erst einmal aus seinen Klamotten gequatscht (die stehen jetzt in der Ecke
) und duschen geschickt.




Jau - aber wenn du deinen Sohn derart wieder bekommen hast, dann war es eine gelungene Klassenfahrt
- Wenn mein Sohn wieder zurück war, hatte er auch meist seine Klamotten vom ersten Tag an, allerdings waren die anderen in seiner Tasche wahrscheinlich in ein Moorbad gefallen und sicherheitshalber nicht ausgewaschen worden
und neben dem unbenutzten Duschgel sah auch die Zahnpasta kaum angerührt aus
- Ich hab ihn dann meist, wie er war, in die Badewanne gestellt, dort die Sachen ausgezogen und abgeduscht
- Nur später ging das nicht mehr, da war er dann plötzlich ein Mann und ich ja eine Frau :8
Zu eben diesem Sohn fahre ich morgen, denn er wird 22 Jahre alt. Um noch mal kurz abzusprechen, wohin ich ihn und seine Schwester zum Essen ausführen darf (es soll nun doch zum Dalmatien-Grill und nicht dem Steakhouse gehen), hatte ich ihn vorhin am Rohr und er warnte mich schnell vor, dass ich nicht erschrecken solle… (ich dachte natürlich gleich an ein Chaos in seiner Wohnung, kenne ihn ja) - er habe einen Arbeitsunfall gehabt, sei direkt auf dem Gesicht gelandet und sähe schrecklich aus :8 … *schluck* - Alles weitere werde ich ihm morgen aus der Nase ziehen, während wir uns die Bäuche vollschlagen
Ganz liebe WochenendPfingstMuttertagsgrüße
- Sunsy
Ah, die Zahnpasta…! Die Tube sah schon benutzt aus - dreimal hat er zugegeben!