Die – erste und stressigste – Hälfte des Weihnachtsfestes ist vorüber.
Gestern Abend war es hier sehr sehr nett. Wir haben lecker gegessen (Bärlauch-Bratwürstchen und Pommes) – auf vielfachen Wunsch zweier minderjähriger Herren und danach die lieben Kindelein beschert.
Als wir sie runter gerufen haben, habe ich den Lütten ans Fenster gerufen, um ihm noch die Rentiere des Weihnachtsmanns zu zeigen und tatsächlich, er hat noch ein Rentier oben am Himmel gesehen… Wie süß ist das denn?
Beide Kinder bekamen ihre Wünsche erfüllt: Ein Bulldozer für Sohn1 und ein Raumschiff für Sohn2 und trotzdem blieben wir weit unter dem Betrag von 306 Euro pro Kind. So viel haben wir nicht einmal zusammen ausgegeben. 306 Euro! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Nicht, dass wir nicht könnten, wenn wir wollten, aber ich finde das einfach nur krank! Am besten noch auf Pump! DAS ist doch nun wirklich nicht der Sinn der Sache…
Bis Mitternacht haben die beiden dann gebastelt und gebaut und es war einfach nur harmonisch!
Heute dann der Besuch bei Superdads Altvorderen. Es gab – wie angedrohtkündigt – Kammkoteletts mit Hackfleisch und einer Käsesoße überbacken, dazu Kartoffelsalat. War nicht mein Ding… Das Hackfleisch war mir viel zu rot und viel zu salzig und von der Käsesoße war nur noch eine schwarzbraune papierdünne Kohlekruste drauf. Laut Rezept sollte das Hackfleisch Mett sein, aber da ja Feiertag und kein tagesfrisches Mett erhältlich ist (hätte man ja einfrieren können), wurde auf zwei Zwiebelmett-Rollen (ihr kennt diese Dinger im Plastikdarm, oder?) zurückgegriffen. Allerdings sind diese ja mit Pökelsalz und das ergibt dann auch nach dem Garen diese – für mich – abstoßend rote Farbe und den fies salzigen Geschmack!
Ich habe mich dann an Kartoffelsalat und dem Nachtisch (Ananascreme) gütlich getan… Und mich höflich, aber bestimmt geweigert, als mir a) das Rezept für diese Backofensteaks und / oder b) die übrig gebliebenen Backofensteaks (zum Aufwärmen für morgen, dann bräuchte ich ja nicht zu kochen…Nee, schon klar! Kochen ist ja auch was ganz was Schlimmes!) aufgenötigt werden sollten!
Später bei meiner Schwägerin großes Gedränge am Kaffeetisch, da auch noch die andere Schwester nebst Mann kam. Harmonische Stimmung bei drögem Kuchen und Doppelschwerter-Kaffee. …und dann kam die Diskussion auf Esstische.
Schwägerin hat einen kleinen Erker, in dem ihr Esstisch steht. Ein runder Tisch, den man ausziehen kann, so dass er oval ist, um den dann aber trotzdem nur 8 Leute eng gepresst passen. Und wenn sie das damals beim Hausbau gewusst hätten, wäre der Erker anders ausgefallen oder vielleicht hätten sie ja doch einen eckigen Tisch stellen können und dann würden da mehr Leute dran passen.
Dann hob meine Schwiegermutter an: Sie hätten ja einen größeren Tisch und den könne man ausziehen, aber er habe nur eine Einlegeplatte und sie hätten erst im Nachhinein erfahren, dass es den gleichen Tisch auch mit zwei Platten gäbe, aber den hätten sie ja leider nicht und das wäre ja immer so eng, wenn dann zu allen möglichen Gelegenheiten elfunddreißig Leute kämen und überhaupt!
Aber – und der vorwurfsvolle Blick richtete sich auf mich – Supermom und -dad hätten ja einen grooooooßen Esstisch und den könne man auch noch ausziehen und da sei viiiiiiel Platz! (Unser Tisch ist ein völlig normaler IKEA-Tisch, dessen Name mir entfallen ist und an den man locker 6 Leute und ausgezogen – der Tisch, nicht die Leute – 10 Personen setzen kann. Vielleicht 12, wenn man auf Tuchfühlung steht und nur übersichtliche Häppchen serviert!)
Und dann begann das Verhör durch meine Schwägerin: Warum ich denn so einen großen Esstisch hätte? Ob wir denn viel Besuch bekämen? Doch wohl nicht! Was wir denn also mit diesem Tisch machten?
Ich musste mir derbe auf die Zunge beißen, um nicht zu sagen, dass ich manchmal der Dekadenz fröne, der Tisch komplett ausziehe und mich dann allein dransetze, um einen Keks zu essen! Himmel noch mal, das ist doch mein Bier!
Ja, wir haben seltenst Besuch! Als Sozialallergiker völlig verständlich, oder? Trotzdem muss ich mir doch keinen Camping-Klapptisch ins Wohnzimmer stellen! Oder mit ‘nem Tablett auf dem Schoß auf der Couch essen!:evil:
Jetzt leben wir natürlich in Panik, dass demnächst die Esstisch-Kontrolle vor der Tür steht und unseren Anspruch auf diesen Esstsich kritisch hinterfragt. Hoffentlich bekommt IKEA nicht auch noch Ärger, weil sie beim Verkauf nicht geprüft haben, ob wir eine Esstisch-Berechtigung vorweisen können…
Und beim nächsten Besuch der lieben Familie bei uns werden wir vorher den Esstisch noch untrennbar mit dem Bodenbelag verbinden, damit wir auch anschließend noch geräumig speisen können…
Morgen sind wir auf jeden Fall wieder en famille und lassen’s uns gutgehen…
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