Shopping macht Spaß!
NICHT!!!!
Zum noch zu strickenden Rock braucht frau ein Paar Stiefel.
Schwarz.
Flach.
So in der Art wie Bikerstiefel oder Reistiefel oder von mir aus auch Cowboystiefel. Auf alle Fälle keine Overknees mit 10 cm Bleistiftabsätzen.
Und sie müssen an der Wade etwas weiter sein. Jetzt nicht gleich 50 cm oder so, aber in Stiefel mit 35 cm Schaftweite bekomme ich meine Beine nicht rein. Ist so. Kann ich nicht ändern. (Ruckediguuu….)
Also habe ich heute die Hühner gesattelt und bin in die große böse Stadt gefahren. Mit der S-Bahn, wobei mir die mit mir reisenden Eintracht-Fans schon mal gehörig den Spaß verdorben haben. Muss man denn wirklich schon auf der Hinfahrt im Zug sich das Bier palettenweise reinziehen? Und dabei dumm rumgrölen (ich möchte das nicht als Gesang bezeichnen)?
In der Stadt angekommen, stürmte ich sofort den Schuhladen an der S-Bahnstation. Stiefel in kleinen Größen im ersten Stock.
Das ist nämlich die absolute Krux bei der Sache: Bis ich mir überlegt habe, dass ich gerne Schuhe hätte, gibt es in meiner Größe (36/37) gar nichts mehr.
Wie durch ein Wunder fand ich auch sofort einen Schuh, der mir total gut gefiel:

Und – weiteres Wunder – ich bekam den Stiefel sogar zu! Sollte ich etwa binnen 5 Minuten ein Paar Stiefel gefunden haben?
NEIN!
Denn der Schuh ging zwar zu, saß aber trotzdem recht eng an der Wade. So eng, dass es nicht wirklich gut aussah. Also vielleicht 1 cm zu eng… Optimistisch wandte ich mich an die Verkäuferin, ob man da mit Dehnungsspray was machen könne, was sie verneinte.
Aber ich hätte ja auch noch dicke Socken an, das könne ja nicht klappen.
(Wegen der Außentemperaturen hatte ich mir tatsächlich Wollsocken über eine dicke Strumpfhose gezogen. Wie sich das auf meinen Wadenumfang auswirken soll, erschloss sich mir nicht.)
Also wieder raus aus den Botten und weitergesucht. Aber alle anderen Stiefel waren entweder nicht schön oder noch enger oder braun oder grau. Zwei weitere Paare kamen in die engere Auswahl, aber gegen das allererste Paar hatten sie keine Chance.
Nebenbei bemerkt, Stiefel sollte man im Sommer mit leichter Bekleidung kaufen. Es ist unglaublich ätzend, mit dicker Jacke und Schal und was-weiß-ich noch allem sich dauernd zu bücken, um irgendwelche Schuhe an den Fuß und wieder runter zu zerren.
Nach anderthalb Stunden (!) war ich schließlich so genervt, dass ich ohne Stiefel gegangen bin! Gibt ja noch andere Schuhgeschäfte!
Leider hatten die so gar keine Auswahl… Jedenfalls nicht an den Stiefeln, die mir so vorschwebten.
Okay, nächster Punkt auf der Shoppingliste: Eine Jeans.
Auch das ist nicht so trivial, wie es sich anhört.
Boot Cut soll sie sein, etwas verwaschen, aber grundsätzlich heil (also ohne jede Menge vorgefertigte Löcher
) und kurz. Länge 30. Ich bin klein, aber ich möchte meine Jeans nicht umkrempeln und nicht kürzen und nicht auf sie drauftreten!
In einem Laden hatte ich dann dieses nette Gespräch:
Verkäuferin: “Hier, wo Sie schauen, sind Herrenjeans! Damenjeans sind auf der anderen Seite.”
Ich: trabe auf die andere Seite
V: “Hier hängen alle Modelle, die wir haben. Wir haben die in verschiedenen Waschungen.”
I: “…und hoffentlich auch in anderen Größen!” mit Blick auf die Größenschilder, die alle (!) W25 L34 angaben….
V: “Die Größen gehen bei uns bis W34!” Na, immerhin etwas…
I: “Und welches ist die kürzeste Länge?”
V: “Länge 32.”
I: “Okay, das hat sich dann für mich erledigt. Ich brauch Länge 30. Vielen Dank trotzdem!”
V: “Aber wir haben heute eine Aktion! Alle Jeans 20 % billiger!”
I: “Toll! Aber davon werden die auch nicht kürzer, oder?”
Nach meinem Reinfall in Sachen Stiefel war ich schon dermaßen angepisst, dass ich zugegebenermaßen wenig Lust hatte, mir die Laune durch einen missglückten Jeanskauf noch weiter verderben zu lassen. Also bin ich nur noch eine Weile missmutig durch die Läden geschlendert und habe gehofft, dass mich die perfekte Hose irgendwo anspringt. Hat sie aber nicht.
Was soll das eigentlich in den Kaufhäusern mit diesem Shop-in-Shop-Konzept? Ich gehe zum Kaufhof und schaue mich bei den Jeans um. In einer Ecke nur Levi”s. In der nächsten Ecke nur Timezone. Hier nur Lee. Und dort nur Mustang. Und daneben wieder eine Ecke mit wieder einer anderen Marke. (Bei den Schuhen ganz genauso!)
Das mag ja toll sein für diejenigen, die nur die Marke XY tragen und nichts anderes.
Aber kauft die Mehrheit wirklich so ein? “Ich will mir eine Hose von ABC kaufen (oder ein Paar Schuhe von XYZ)?”
Für mich ist der Oberbegriff “Hose” und dann schaue ich erst nach Größe, Farbe, Form, Schnitt, was-auch-immer. Letzlich ist mir die Marke ziemlich wumpe, wenn das Teil passt. Warum werden also die Jeans nicht nach Größen sortiert? Dann kann man ja selber suchen, ob es in der entsprechenden Größe die gewünschte Marke gibt.
Mir jedenfalls macht das so keinen Spaß!
Und am Ende des Tages bin ich ohne Stiefel und ohne Jeans, aber mit saumäßiger Laune wieder nach Hause gefahren.
…
Und jetzt habe ich mir die Stiefel oben im Internet bestellt! Ich bin einfach mal zuversichtlich, dass ich die um den mickrigen Zentimeter geweitet bekomme.
Gerade ist noch die Birne meiner Schreibtischlampe durchgebrannt!
Nicht mein Tag!








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