Ich sitze hier und könnte heulen vor Wut und schreien und irgendwas gegen die Wand werfen und und und…
Seit Wochen (ach was, Monaten) frickel ich im Garten rum, habe meine Kletterrose komplett abgesäbelt, weil sie mitsamt Rosenborgen umgekippt ist (schon im letzten Sommer) und ein Durchkommen unmöglich gemacht hat, habe meine Heckenrose etwas zurechtgestutzt, habe neue Stauden gepflanzt und Blumen gesät und mich gefreut und darauf gewartet, dass alles wächst und grünt und blüht.
Ja, mein Garten ist winzig (ca. 40 qm) und ich habe total viel Zeug drin, aber das muss ja uns gefallen und sonst niemandem!
Das Nachbarhaus ist vor drei Jahren oder so verkauft worden und da wohnen jetzt Italiener. Eigentlich sehr freundliche Leute mit drei netten Kindern. Aber was den Garten angeht, haben die ne echte Macke. (Ich wusste gar nicht, dass es bei Italienern auch solche krankhaft preußischen Züge gibt). Nicht nur, dass sie mir meinen Igel geklaut haben, und behaupten, dass meine Pflanzen ihnen das Licht nehmen (unser Grundstück liegt nördlich von Ihnen…
Und nein, wir wohnen nicht in Australien!), nein, es stört sie unglaublich, wenn irgendein vorwitziger Ast in ihr Grundstück hängt. Ich hatte mal eine Clematis am Zaun entlangwachsen, die sie mir gleich am Anfang, als sie einzogen, nach und nach abgesäbelt haben. Am meisten stört das wohl den Opa. Der wohnt mit der Oma drei Straßen weiter und die beiden sind jeden Tag dort im Haus, während Mama und Papa arbeiten gehen und die Kids in Schule und Kindergarten sind. Oma wäscht dann die Wäsche und Opa macht einen auf Gartenzwerg! Da ist nicht viel zu tun, weil die ja nur Rasen haben. Und eben meine Zweige.
Und die mussten heute dran glauben! :twisted.
Ich bin ja eigentlich eher ein Hitzkopf, aber ich habe schon zu viel Ärger mit Nachbarn gehabt, um das noch einmal zu brauchen. Also zeige ich mich kompromissbereit. Schon vor drei Jahren habe ich gesagt, dass es okay ist, wenn sie die Zweige, die überhängen abschneiden (auch wenn es mir nicht transparent ist, warum die stören, aber bitte…).
Was mich aber anpisst ohne Ende, ist, dass der Opa die nicht nur absäbelt, sondern mir den ganzen Rotz in meinen Garten schmeisst, weil die keine Biotonne haben und auch nicht haben wollen (ist keine Frage des Geldes, die kostet nämlich nix!)! Dieses Mal mitten in ein Beet, in dem man zugegebenermaßen noch nicht viel sieht außer Rindenmulch, da ich dort erst gesät habe und die Pflänzchen erst die ersten Keimblättchen zeigen, aber trotzdem. Diese Pflänzchen sind schon mal am Arsch! Einen ganzen Arm voll Zweige habe ich vorhin auf den Totholzhaufen geschleppt und beinahe geheult!
Den Weißdorn hat er gestutzt und die Heckenrose (die beiden können das auch ganz gut ab) und das Pfaffenhütchen. Und das sieht jetzt ganz furchtbar aus. Unten noch dreieinhalb Äste, dann ein Riesenloch und ober wieder Puschel , an die er wohl nicht dran gekommen ist! Und am schärfsten finde ich, dass er nicht nur die überhängenden Äste abgeschnitten hat, sondern mal eben die Äste direkt am Stamm (gut 50 cm vom Zaun entfernt – auf meiner Seite)!!!!
Mit den ganzen Blüten dran! What the fuck…!!!!
Ich könnte platzen! Aber wenn ich jetzt was sage, dann ist es mit Nachbarschaft vorbei! Oh, ich könnte hier die Wände raufgehen!
Ich hoffe nur, dass das Pfaffenhütchen an den verbleibenden Ästen im Herbst viele Früchte trägt! Die schenke ich denen dann – können sie Marmelade draus kochen!


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