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Es grünt so grün


So langsam (gaaaaanz laaaang-saaaam) bekomme ich meinen Garten wieder in den Griff!

Wir wohnen ja in einem engst bebauten Neubaugebiet in einem Reihenhaus mit der Wahnsinns-Gartenfläche von 40 qm und als die Häuser hier alle ganz neu waren (vor 10 Jahren), hat der BUND in unserem Ort in zwei aufeinander folgenden Jahren eine tolle Aktion gestartet: Jeder Haushalt konnte sich aus einer Liste 5 heimische Gehölze für den Garten aussuchen – kostenlos!

Das war genau das Richtige für mich, denn mir stand der Sinn nach viel Natur und keinem mit der Nagelschere geschnittenen Golfrasen.

Ausgesucht hatte ich mir Heckenrose, Weißdorn, Kornelkirsche, Felsenbirne und wilden Wein. Den wilden Wein habe ich an die Mülltonnenabtrennung gepflanzt, aber die anderen Pflanzen in den Garten. Ähm, vielleicht hätte ich mal vorher lesen sollen, wie groß diese Pflanzen werden… 😳 Ach, und ein Holunder hat sich auch noch selber angesiedelt und ich kann doch keine Pflanzen ausreißen… 😳

Am Ende des Gartens haben wir ein Tor und dorthin habe ich einen Rosenbogen mit einer herrlichen Kletterrose gesetzt.

Ursprünglich hatte ich ja auch gedacht, dass Superdad und ich uns die Gartenarbeit irgendwie teilen, aber nachdem er ein paar Mal beim Rasenmähen alles umgemäht hat, das niedriger als 50 cm war, hat er sich nach den entsprechenden Anschissen schmollend von dieser Tätigkeit zurückgezogen und plädiert nun auf Heuschnupfen, wenn es irgendwie um Garten geht.

Mir ist das Ganze dann – auch im wörtlichen Sinn – über den Kopf gewachsen und mittlerweile war mein ganzer Garten eine einzige Urwaldlandschaft, die man vernünftigerweise nur mit einer Machete betreten sollte:

  • Die Kletterrose hat meinen Mords-Rosenbogen für 19,90 DM einfach zur Seite gebogen: jetzt hängt sie in der Felsenbirne drin und streckt ihre – sehr robusten und mit fiesesten Stacheln bewehrten Triebe in den Holunder
  • Die Heckenrose ist mindestens 3 m hoch und trägt im Herbst die schönsten Hagebutten
  • Der Holunder ist mindestens 4 m hoch
  • alle Pflanzen sind trotz – oder wegen – meiner mangelnden Pflege sehr wuchsfreudig
  • Der Rasen hat sich absentiert; unter den Sträuchern (die einen Großteil des Gartens beschatten; ich sag nochmal: 40 qm!) ist das einzige Grün das Moos (nee, ist gelogen: Glockenblumen haben sich dort ausgesät – vorher? Keine Ahnung) und die Rasenreste sind von dermaßen vielen Ameisenhügeln verunziert, dass ich bereits die Anschaffung eines Ameisenbären in Erwägung gezogen habe (DIE Geschäftsidee: Ich kaufe mir einen und vermiete den stundenweise in der Nachbarschaft!) 8)
  • Mein Totholzhaufen ist zwar – wie gewünscht und erhofft – im vergangenen Herbst von Igeln angenommen worden, aber meinen Nachbarn war dies scheinbar zuviel Natur, so dass sie die Igel frecherweise aus meinem – verschlossenen – Garten entführt zu zu einer Igelstation gebracht haben.

Mein Garten ist zwar für Menschen völlig unbenutzbar, aber ein Eldorado für alles, was da so kreucht und fleucht: Amseln, Rotkehlchen, Drosseln, Spatzen, Rotschwänzchen, Meisen – von allen habe ich schon Jungvögel im Garten gehabt, die dort gefüttert wurden. Die Amseln brüten mehrmals jährlich in der Hainbuchenhecke, die unsere Terrasse von den Nachbarn zur Linken trennt. Erdhummeln, Bienen, Hornissen, Solitärwespen, alle möglichen Schmetterlinge!

Habe ich schon erwähnt, dass meine Nachbarn mich hassen (eigentlich nur die zur Rechten, weil meine Pflanzen ihren Beeten das Licht nehmen; ich frage mich, wie das geht: Unser Grundstüc

Na ja, nachdem ich im letzten Jahr überhaupt keinen Rasen (Rasen? Welcher Rasen?) gemäht habe, habe ich in diesem Jahr todesmutig begonnen, mal wieder etwas Gartenarbeit in Angriff zu nehmen.

Mittlerweile habe ich

  • den Löwenzahn ausgestochen
  • die Überreste der wunderschönen Eselsdistel (ca. 1,80 m hoch) entfernt
  • meine wuchernde Walderdbeere e t w a s eingeschränkt (man macht sich keine Vorstellung, wie eine einzelne Walderdbeerpflanze sich ausbreiten kann, wenn man sie lässt)
  • den „Rasen“ gemäht und gedüngt
  • Lavendel, Thymian, Rosmarin, Waldmeister und Bohnenkraut gepflanzt (diese Pflanzen kenne ich auch schon und sie werden wenigstens nicht so hoch wie anderen)
  • die Kletterrose v o r s i c h t i g ausgedünnt (eigentlich nur die herunterhängenden Äste etwas gekürzt; immerhin ist ja noch Brutzeit); im Herbst schneide ich sie komplett runter, grabe sie aus und vermache sie dem Schulgarten von Sohn2, dann kehrt wieder etwas Licht und Platz in den Garten zurück

Ich muss noch:

einen neuen Rosenbogen kaufen und aufbauen; dieses Mal aber ein *hüstel* etwas stabileres Modell, dass nicht unter dem Gewicht der Kletterrose (übrigens „New Dawn“) zusammenbricht

mal schauen, ob der Rasen wie Phönix aus der Asche aufersteht; ansonsten muss ich nachsäen

Ich werde also noch eine Weile beschäftigt sein…

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Kategorien:NÄHbenbei bemerkt Schlagwörter:
  1. 7. Juni 2008 um 07:59

    Deine Nachbarn haben die Igel aus dem Holzhaufen ausgebuddelt und in die Igelstation gebracht???? Was sind denn das für Vollpfosten? Die haben ne manikürte Rasenfläche oder? Schrecklich!

    Ich finde, Dein Garten klingt gut 🙂 Und ich finde es viel spannender Vögel im Garten zu beobachten, als Rasen mit der Nagelschere zu schneiden… 😀

  2. nosupermom
    7. Juni 2008 um 08:10

    Nein, ausgebuddelt haben sie die Igel nicht, die waren noch draußen und liefen schnaufend über die Terrasse. Aber sie sind – mit Kind und Kegel – über das abgeschlossene Tor geklettert und haben sie eingefangen, weil „es könnte denen ja etwas passieren; es ist ja schon Oktober!“

    Äh, ja klar! Dass die Igelweibchen und die Jungtiere sich erst einmal Speck für den Winterschlaf anfressen müssen und die Oktober in unseren Breitengraden auch nicht mit arktischen Temperaturen aufwarten, interessierte die nicht 😯 Das war ein klassischer Fall von „Gut gemeint ist schlecht!“

    Ich war auf 180! Erstens geht keiner in meinen Garten, wenn ich das nicht will und außerdem gibt es schon viel länger Igel als Menschen, so dass diese doch sicherlich gewisse Überlebensstrategien entwickelt haben. Ich habe da vollstes Vertrauen in die Igel.

    Wenn im Herbst wieder welche kommen sollten, statte ich die mit GPS aus! 😆

  3. 7. Juni 2008 um 10:54

    Ey! Anzeigen wegen Einbruchs oder Hausfriedensbruchs oder Dummheit. Echt! So Spacken! Fällt mir nix zu ein!

  4. 7. Juni 2008 um 18:30

    Dein Garten gefällt mir, jede menge zum Gucken, leider keine Igel (böse dumme Nachbarn). Was kreucht und fleucht denn da Natur muss man erleben und fühlen (aua das war die Rose), das macht so richtig Spaß….“english green“ ist doooooof. Ich hoffe dein Grün kommt wieder, auch wenns kein Rasen ist, Hauptsache Grün. Bei mir ist es Klee, Breitwegerich, Löwenzahn……..
    LG

  5. nosupermom
    7. Juni 2008 um 20:19

    Ich habe eben die braune Fläche gesprengt (nur mit Wasser), da der Regen scheinbar doch nicht kommen will.

    Ich bin zuversichtlich, dass da irgend etwas wiederkommt! (Ansonsten lasse ich der Walderdbeere freien Lauf…)

  6. 8. Juni 2008 um 22:27

    Wieso kommt mir das alles so grauenhaft bekannt vor? Übrigens haben wir Maggikraut im Garten, das ca. 2 m hoch ist und Rosmarin, der so klein ist wie ich – 1,60 m. Aber er steht schon 4 Jahre und hat auch nichts dagegen, wenn man ihn mal radikal kappt – habe ich mit einem seiner Brüder veranstaltet und der ist schöner als zuvor.

  7. nosupermom
    8. Juni 2008 um 22:42

    Ich setze ja auch meine Hoffnungen in den neuen Rosmarin; mein erster ist mir eingegangen (dabei war es gar nicht so kalt im Winter 8) )

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