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Lost in translation


Also, ich weiß schon, warum ich Bücher, die von englischsprachigen Autoren verfasst wurden, am liebsten im Original lese!

Aber da ich viel und schnell lese und nicht mein ganzes Geld in Bücher anlegen kann und will, komme ich nicht umhin, regelmäßig unsere Bücherei aufzusuchen. Und die hat nun einmal nur gaaaanz wenige (vielleicht 30!) Bücher in Englisch (und die kenne ich alle schon – oder will sie auch nicht kennenlernen (Rosamunde Pilcher macht mich auch auf Englisch nicht an!)).

Also lese ich auch auf Deutsch! Macht ja nix, kann ich ja 😀

Aber bei manchen Büchern frage ich mich, welche Dilettanten sich da an der Übersetzung versucht haben. Verzweifelt übersetze ich seltsame Textstellen zurück ins Englische, damit sich mir der Sinn erschließt.

Gestern hatte ich wieder einmal so einen Kandidaten… 😦

„Kein Engel so rein“ von Michael Connelly – und ja, ich lese am liebsten Krimis! Und da geht doch der ermittelnde Polizeibeamte bei einem Verdächtigen durchs Haus und ich lese etwas von einer „kursorischen Durchsuchung“. Hallo? Kursorisch? Hat jemand dieses Wort schon einmal gehört? Gar benutzt? Also ehrlich… 😯 Soweit ich weiß, ist mir dieses Wort noch nie unter die Augen gekommen (und ich lese viel)! Auch wenn es im Duden Fremdwörterbuch steht (wo es übrigens mit „fortlaufend, nicht unterbrochen, hintereinander, rasch“ angegeben wird).

Vermutlich hieß der Ausdruck im Original „cursory search“. Was spricht denn dagegen, das dann mit „flüchtiger Durchsuchung“ oder „oberflächlicher Durchsuchung“ zu übersetzen? So, das es auch jeder verstehen kann?

Nee, bei manchen Büchern möchte ich mich wirklich hinsetzen und die Übersetzung neu erledigen. Und da das nicht geht, lese ich lieber weiter am liebsten im Original. Ich weiß, warum…

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  1. 4. Juli 2008 um 20:50

    😆 – da hatten wir ja heute ähnlichen „Ärger“ 😀 – Ich komme immer noch nicht darüber hinweg, dass Daniela Hoffmann (die Synchronstimme von Julia Roberts) Seamus S-e-a-m-u-s ausgesprochen hat. Abgebrochen hab ich aber dann doch noch nicht, weil Claire gerade wieder zurück zu Jamie kam und ich diese Szenen immer so rührend finde… hach ja… Trotzdem ärgere ich mich grün und blau über diese extrem gekürzten Hörbücher mit dermaßen vielen Fehlern.

    Liebe Wochenendgrüße – Sunsy

  2. nosupermom
    4. Juli 2008 um 21:47

    Ja, solche Sachen sind ärgerlich! Kontrolliert das denn keiner?

    Ich meine, gerade bei den Worten, die nicht so geläufig sind (und das dürfte bei der Mehrheit der Leute auf das Gälische zutreffen…), mache ich mich doch vorher schlau, oder? Jedenfalls wäre das in einer besseren Welt so…

  3. 4. Juli 2008 um 23:49

    Grauenvoll, eine schlechte Übersetzung, nicht?

    Als ganz schrecklich empfand ich es bei den Scheibenwelt-Romanen. Okay, Terry Pratchett ist nicht wirklich einfach zu übersetzen, aber…. ich habe die Bücher zuerst auf englisch gelesen und danach eines der deutschen Bücher versucht. Das erste und letzte Mal.

    Es ist Verschwendung von Energie, Papier, Lebenszeit, eine Übersetzung herauszubringen, in der _nicht_ _einmal_ _an_satz_weise_ versucht wird, den Wortwitz und die Wortspielereien des Originals einzufangen! (Oder es hat jemand übersetzt und korrigiert, der so gar kein Gefühl für Sprache und oder Humor hat…? Auch das wäre eigentlichnur traurig und wiederum Verschwendung.)

    Merkt man irgendwie, dass ich mich immer noch darüber aufregen könnte? 😀

  4. nosupermom
    5. Juli 2008 um 09:50

    Also, du meinst, ich sollte Terry Pratchett mal im Original lesen? Das sind nämlich auch solche Bücher, die ich mir in der Bücherei ausgeliehen habe (auf Deutsch natürlich) – und dann konnt eich den ganzen Hype gar nicht verstehen… 😳

    Wäre einen Versuch wert!

    Ich bin ja immer noch der Meinung, dass nicht jeder, der Übersetzer ist, deswegen alles übersetzen kann und sollte. Manche eignen sich eben nur für Sachbücher und Gesetzestexte…

    Vielleicht sollte ich noch einmal eine Ausbildung machen…

  5. 5. Juli 2008 um 19:57

    kennt jemand william boyd, stars and stripes? ein engländer in amerika. den wortwitz kann bestimmt keiner übersetzen.

    ich bin ebenfalls begeisterte original-leserin. gibt es tipps? ich brauche noch was für den sommer, denn in sagenhaften 18 tagen bin ich freiiiiiii für 6 wochen.

  6. 9. Juli 2008 um 13:48

    Lies Terry Pratchett im Orgininal – und wende Dich dafür vertrauensvoll an mich. Soll ich Dir mal welche mitbringen? Ich hab Deine Bücher übrigens durch… wir könnten einen Austausch vornehmen.

    Wobei ich die ersten Bücher auf Deutsch habe. Aber die neuen sind auch eh besser 😉

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