9/11


Sollte irgendjemand von uns durch irgendeinen dummen Zufall noch heute nach sieben Jahren ein Alibi beibringen müssen für den 11. September 2001, dann gibt es wohl niemanden, der das nicht könnte… Das was für die Generation unser Eltern der 22. November 1963 war (die Ermordung JFKs), sind für uns die Terroranschläge in den USA.

J e d e r   weiß, wo er an diesem Tag war und was er gemacht hat, als er die Nachricht gehört hat…

Ich wollte an diesem Tag Apfelbrötchen backen für das gemeinsame Frühstück in Kindergarten am nächsten Tag. Mir fehlte noch Hefe und Superdad hat sich freundlicherweise angeboten, diese zu besorgen. Vor dem Verlassen des Hauses hat er noch einmal den Ort des fließenden Wassers aufgesucht und ich habe den Fernseher eingeschaltet, um auf n-tv zu schauen, ob der unsägliche Rudolf Scharping (im Nachhinein auch als Bin Baden bekannt) nun endlich als Verteidigungsminister zurückgetreten sei. Es war irgendwie kurz nach 15 Uhr…

Ich weiß noch, wie ich aufgeregt an die Badezimmertür rannte und Superdad zurief „Im World Trade Center ist ein Flugzeug eingeschlagen“. Noch ging er davon aus, dass es sich um ein kleines Sportflugzeug handele.

Von diesem Moment an war der Fernseher nicht mehr aus, die Hefe und die Apfelbrötchen vergessen und wir saßen nur und schauten gebannt und geschockt auf den Schirm und sahen den zweiten Anschlag und die einstürzenden Türme. Zwischendurch rief ich noch bei früheren Arbeitskollegen an, von denen ich wusste, dass sie auch häufig in NY im WTC zu tun haben, aber alle waren in Deutschland. Dieser unvorstellbare Horror, die armen Kinder, die ihre Eltern verloren, zerstörte Familien, einfach grauenvoll!

Kurz nach dem Einschlag in den zweiten Turm stellte ich noch die Frage „Wie reißt man denn mitten in Manhattan diese Türme ab?“. Ich meinte, um sie wiederaufzubauen. Superdad, der noch dachte, man könne sie sanieren / reparieren / wasauchimmer, meinte „Ach, die braucht man nicht abzureißen!“ Er sollte Recht behalten, leider ganz anders als gedacht…

Was hatte ich für eine Angst vor einem dritten Weltkrieg! Ich war fest davon überzeugt, dass an diesem Tag die Welt, wie wir sie kennen, endete. Und als dann nachts die Bilder von den Bombeneinschlägen in Bagdad kamen, war ich fassungslos. Erst später stellte sich heraus, dass diese gar nichts mit den Ereignissen in USA zu tun hatten.

Übrigens, im Kindergarten gab es am nächsten Tag gekaufte Laugenbrötchen… 😳

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  1. 11. September 2008 um 14:33

    Eingebrannt in unseren Köpfen.
    Manche Ereignisse werden wir nie wieder los werden. Meine Kinder hatten Besuch und ich hörte neben meiner Arbeit Radio als die Nachricht kam, den Einschlag des zweiten Flugzeugs hab ich und Sohn Nr.1 mit live im Fernsehen gesehen. Wir waren geschockt und saßen wie gebannt vor dem Kasten, die Kleinen spielten dagegen ruhig im Zimmer. Leo war erst 9 Jahre alt und doch schon so groß das er sich der Tragweite des Anschlags ein Stück weit bewusst war.

    Es wird unser Tag sein, unserer Generation, sowie du schon sagtest der 22.11.1963 der Tag unserer Eltern war/ist!

    lg genieß den Tag
    Bonafilia

  2. 13. September 2008 um 08:25

    > Und als dann nachts die Bilder von den Bombeneinschlägen in Bagdad kamen, war ich fassungslos. Erst später stellte sich heraus, dass diese gar nichts mit den Ereignissen in USA zu tun hatten.

    Äh, entschuldige, aber sogar die Bush-Regierung zu ihren „besten“ Zeiten hat niemals so dreist gelogen, Saddam eine Mittäterschaft an 9/11 zu unterstellen. Das kam nur bei den meisten (Amerikanern) so rüber, und Bush & Co. haben nichts unternommen, diesen Falscheindruck zu widerlegen. „Weapons of mass destruction“, nannte sich der fiktive casus belli.

  3. 15. September 2008 um 16:09

    Ja, ich weiß auch noch ganz genau, wo ich war.

    Wir waren im Urlaub auf Malta und kamen grade von einem Tagesausflug zurück. Während wir im Hotel auf den Aufzug warteten haben wir einen halben Blick auf den Fernseher geworfen, der im Hintergrund mit CNN lief. Dann sind wir gar nicht erst mehr aufs Zimmer gegangen.

    Einen Tag vorher hatte ich mir einen Roman von Tom Clancy gekauft, in dem ein Pilot eine 747 in das Capitol fliegt. So ein blöder Zufall. Das Buch habe ich weggeworfen.

  4. nosupermom
    15. September 2008 um 16:33

    Genau dieses Buch habe ich auch vor langer Zeit gelesen und musste sofort daran denken. „Wie aus Tom Clancy“. War es Executive Orders oder Debt of Honour? Eines von beiden…

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