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Wechselbad der Gefühle


Seit Tagen kreisen meine Gedanken nur noch um dieses Thema: Auswandern in die Schweiz!

Ja, ich will!

Ich will in einem neuen Land noch einmal neu anfangen!

Ich gehe dorthin als Gast und will die Gepflogenheiten respektieren!

Nein, ich habe nicht das Gefühl, ich müsste Entwicklungshilfe leisten!

Sorry, ich spreche nun einmal keinen Dialekt (außer Berlinerisch, wenn ich auf 180 bin)!

Aber wenn ich dann in manchen Auswanderer-Foren die Berichte lese, dann überkommt mich das kalte Grausen:

Worauf ich jetzt schon mehrfach gestoßen bin, sind Berichte über Deutschenfeindlichkeit, die – angeblich ohne Provokation – von Beschimpfungen auf der Straße über Nicht-Bedientwerden beim Bäcker bis hin zu zerkratzten Autos, zerstochenen Autoreifen, Hundekot im Briefkasten und in der Schule beschimpften und verprügelten Kindern geht. 😯 Grund: Weil es Deutsche sind! Das kann man ja auch nicht verheimlichen; sobald man den Mund aufmacht, ist es eben klar!

Nun wird Superdad ja jeden Tag 12 – 15 Stunden arbeiten und ich bin niemand, der einen riesigen Freundeskreis um sich rum braucht, um sich wohl zu fühlen. Meistens bin ich froh, wenn man mich einfach in Ruhe lässt… Aber die Kinder müssen ja unter Menschen… Und für die Kinder bin ich nun einmal verantwortlich. Ich habe keine Lust, Mobbing hier gegen Mobbing da einzutauschen, nur weil sie hochdeutsch sprechen.

Dann gibt es natürlich auch viele positive Berichte, aber überwiegend von Leuten, die schon länger in der Schweiz leben (das „Teutonen-Problem“ hat sich wohl in den letzten zwei Jahren verschärft) oder solchen, die keine Kinder haben oder solchen, die mit einem Schweizer Partner zusammen leben.

Wie dramatisch ist es denn nun wirklich? In Zürich und Umgebung?

Sind die Berichte stichhaltig? Oder ist das Blöd-Zeitungs-Niveau („Angst, Hass, Titten und der Wetterbericht…“)?

Ich dreh hier am Rad!

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  1. 17. Oktober 2008 um 14:26

    Schön häufig gehört.
    Eine Freundin hat da auch mal was erzählt. Sie lebt in der Schweiz mit einem Schweizer zusammen uns stieß ab und zu schon mal auf taube Ohren.
    Aber ich würde das mal nicht verallgemeinern.

  2. Momo
    17. Oktober 2008 um 14:28

    Hi Supermom, ich habe deinen Blog neu entdeckt und muss sagen,er gefaellt mir richtig gut.
    Zum Thema Auswandern kann ich nur sagen probiers. Ich bin vor 2 Monaten nach Johannesburg gezogen. Ueberall hat man nur gelesen wie gefaehrlich es ist, alle haben abgeraten. In den Nachrichten hoert man nur Schreckensmeldungen. Anfangs war ich auch skeptisch, aber mein Verlobter ist schon im Maerz hergezogen, und fuer die Liebe tut man ja einiges… Jetzt wo ich hier bin, sieht alles ganz anders aus. Klar haelt man sich an Regeln (z.b. nicht als Frau im Dunkeln alleine in die schlimmen Viertel) aber die meisten wuerde ich auch in Deutschland beachten. Die Menschen hier sind sehr freundlich und hilfsbereit und wollen einen nicht sofort erschiessen, wie einem sonst immer weisgemacht wird.
    Probier es aus, schau es dir selbst an. Vielleicht hilft ein erster Urlaub in Zuerich und ein paar Gespraeche mit Leuten die selber gerade erst hingezogen sind.
    Liebe Gruesse aus dem heissen Suedafrika
    Momo

  3. 17. Oktober 2008 um 14:29

    Liebe Supermom,
    seit ein paar Tagen beobachte ich die Entwicklungen in ihrer Familie bezüglich des eventuellen bevorstehenden Umzugs. Da sie nun immer verwirrter werden, können ihnen Erfahrungen von Freunden von uns vielleicht helfen.
    Beide sind vor ca. 2 Jahren wieder in die Schweiz, da Mann Ruf an die Uni erhielt. Frau mit drei Kindern natürlich mit.
    Zusammenfassend kann man sagen: Ihnen gefällt es sehr gut in Zürich, ich denke es kommt darauf an in welchen Stadtteil man zieht, die Freunde wohnen in Affoltern und dort gibt es definitiv keine Deutschenfeindlichkeit. Das grösste Kind wurde hier in Deutschland als Kann-Kind eingeschult und leidet nun etwas darunter, dass es wesentlich jünger ist als die Kollegen in der Schule. Auch ist die Trennung Jungens Mädchen wesentlich extremer als hier bei uns und es geht gar nicht, dass sie von der Freundschaft mit unserem Ältesten erzählt. Da kommen gleich böse Gerüchte auf. Aber damit kann man Leben.
    Das Sandwichkind der Freunde war hier schon im Kindergarten (klar mit 3), hat dann in der Schweiz ein Jahr zu Hause verbracht und ist jetzt im zweiten Kindergartenjahr (mit 6,5) Bis er eingeschult wird ist er 7 wie das normale schweizer Durchschnittskind.

    In der Schweiz geht die Grundschule 6 Jahre, nach 3 gibt es einen Lehrerwechsel. Die Kinder haben vormittags und Nachmittags Schule (ausser Mittwochs) und ein paar mehr Stunden (vor allem Werken und Handarbeiten) Religion kommt als Zusatzangebot der Kirche am Mittwochnachmittag wenn gewollt dazu.
    Die Schule ist normalerweise keine Ganztagsschule, die Kinder kommen Mittags nach Hause zum Essen. Nach der Schule dürfen noch Hausaufgaben gemacht werden.
    Das ist schon anstrengender als bei uns in der Grundschule und die Kinder haben nicht so viel Zeit um sich noch zu verabreden, sehen ihre Klassenkameraden ja aber auch den ganzen Tag.

    Nach der 6. Klasse kann man entweder direkt aufs Gymnasium wenn die Noten stimmen oder mit vielen anderen Klassenkameraden in die ‚Volksschule?‘.
    Nach der 8. kann man eine Prüfung zur Aufnahme aufs Gymnasium machen um noch zu wechseln.

    Die Anforderungen erscheinen mir nicht höher als in der Grundschule in Baden-Württemberg.

    Die Kinder lernen in Kiga und Schule ganz schnell Schweizerdeutsch, was auch so gewollt ist, wobei die Schweizer Kinder in der Schule eigentlich nur Hochdeutsch reden sollen, was sie aber nicht tun *grins*

    Unsere Freunde lernen auch und gern Schweizerdeutsch und sprechen wohl ein bisschen mischmasch, verstehen das Schweizerdeutsch aber sehr gut. Ich denke, das ist ein wichtiger Faktor, dass man sich in der Schweiz bemüht deren Sprache auch zu lernen (zumindest zu verstehen). Dann wird man auch akzeptiert.
    Die Hetze gegen die Deutschen findet vor allem in den schweizer ‚Bildzeitungen‘ statt, denn speziell in Zürich kaufen viele Deutsche Investoren teure und tolle Wohnungen an der Goldküste des Zürichsees. Da kommt manchmal wohl Neid auf.

    Wir fühlen uns in Zürich beim Besuch immer sehr wohl und auch die Nachbarschaft ist sehr nett.
    Die Wohnungssuche ist etwas schwierig, je nachdem was und wo man sucht. Das Internet ist da sehr hilfreich, vielleicht auch der neue Arbeitgeber?

    Ich finde Ihr Unternehmen sehr spannend, hoffe etwas geholfen zu haben und freue mich, über Fortschritte zu hören. Bei weitern Fragen gerne anmailen.
    Ihre
    Leseratte

  4. nosupermom
    17. Oktober 2008 um 15:23

    Danke fürs Mut machen!

    Nur um keine falschen Vorstellungen aufkommen zu lassen: Ich habe nichts dagegen, wenn meine Kinder Schwyzerdütsch lernen! Und ich werde mich auch bemühen, es verstehen zu lernen! (Sprechen eher nicht, da sich in meinen Ohren Dialekte sehr merkwürdig anhören, wenn ich sie spreche… 🙂 Wenn es sich anders entwickeln sollte: Auch gut!)

    Der potenzielle neue Arbeitgeber hat zugesichert, bei der Migration, der Wohnort- und Schulwahl zu unterstützen!

  5. 17. Oktober 2008 um 22:13

    Liebe Nosupermom,

    Yas hat mich auf Dich aufmerksam gemacht, und nun bin ich hier.

    Ich lebe in der Schweiz, allerdings als Schweizerin, dafür treibe ich mich vorwiegend in deutschen Foren und Blogs herum, das gleicht wieder aus, nicht?

    Die Berichterstattungen über die gemobbten Deutschen – nun ja. Wären es Schweizer, wäre es keinen Artikel wert, und so lässt sich das leicht daran aufhängen – ob das nun statistisch eine Aussagekraft hat, sei mal dahingestellt. Fremdenfeindlichkeit gibt es überall – aber nur weil eine Minderheit eine Welle macht, bedeutet das noch lange nicht, dass die Mehrheit fremdenfeindlich ist.

    Ihr habt einen ganz grossen Vorteil:
    Jeder (Deutsch)Schweizer versteht Euch, denn unsere Sprache gibt’s nur mündlich, und so lernen wir schon in der Schule Hochdeutsch (oder was wir halt so drunter verstehen *chchchch*)

    Es gibt in der Schweiz auch noch ein paar Dinge, die man nicht wie Käse und Schoggi (die SIND wirklich besonders!) erwähnt, die aber doch auch nicht zu verachten sind:
    – unser Gesundheitswesen hat zwar auch Schwächen, aber im Vergleich zu dem, was ich übers deutsche System lese, leben wir hier im ärztetechnischen Paradies.
    – Zuverlässigkeit. Wenn der Zug um 07.21h kommen soll, dann kommt er auch dann. Wenn ein Zug mehr als 5 Minuten Verspätung hat, dann ist das schon ungewöhnlich.
    – Hohe Qualität bei Lebensmitteln dank Nicht-EU, nicht nur hohe Preise.
    (und aufgrund der fortgeschrittenen Zeit fällt mir grad nicht mehr ein)

    Und : jetzt sagst Du vielleicht, Du magst keine Berge, aber glaub mir, wenn Du dann mal auf den Pilatus stehst und sich vor Deinen Augen tief unten die Schweiz ausbreitet, dann könnte sich das ändern (man muss nämlich nicht unbedingt selber hinauflaufen *g*)
    Und – die Schweiz und die Schweizer, das ist nichts für die Liebe auf den ersten Blick, mit uns muss man erst warmwerden – aber danach könnte es eine Liebe für’s Leben werden 🙂

    Selber lebe ich übrigens 15 Autominuten vor Zürich.

    Wenn Du Fragen hast, kannst Du mich gern kontaktieren.

    Liebe Grüsse, Jac

  6. 17. Oktober 2008 um 22:23

    sagte ich, dass ich das www manchmal liebe?

    es gibt immer jemanden, der jemanden kennt, der dort lebt, der dort schonmal war, der schonmal davon gehört hat oder weiß, wie man es schreibt 😀

    jac, danke für deine prompte reaktion!

    anea, nichts wird so heiß gegessen, weisst du doch 🙂

  7. nosupermom
    17. Oktober 2008 um 22:32

    Ihr seid alle so lieb zu mir!

    Ich bin ja immer noch wild entschlossen, es zu machen – so es denn klappt, was nicht in meiner Hand liegt!

    Und ich bin normalerweise überhaupt kein Schisser! Es ist wirklich nur wegen der Kinder, denn mit denen kann ich ja nicht mal hü, mal hott, ein Jahr in die Schweiz und wenn’s nicht konveniert, dann wieder zurück – die würden ja irre (und dann sind die irgendwann wie ich 😆 )!

  8. Sabine
    18. Oktober 2008 um 13:28

    Hallo – meine Schweiz-Erfahrung beschränkt sich bisher auf Urlaub – und da gabs nie irgendwelche Probleme….. Auf der anderen Seite hast Du überall immer ein paar Dumpfbacken, die meinen, Du wärst Schuld daran, dass es ihnen schlecht geht, sie keinen Job haben usw. Aber Ihr werdet ja vermutlich Eure Wohnung nicht gerade in einem sozialen Brennpunkt suchen…
    Was Deine Kinder angeht – ich denke es wäre naiv anzunehmen, dass die von allen mit offenen Armen aufgenommen werden und mit jedem sofort gut Freund sind und es absolut null Probleme gibt. Letztlich ist es doch so – wer irgendwo neu ist und anders – der ist immer auch ein bißchen Zielscheibe. Das ist aber genauso, wenn Du von Hamburg ins tiefste Bayern ziehst – oder vom platten Land in die Großstadt oder oder oder.
    Und zu Deiner letzten Anmerkung – ich bin in meiner Kindergarten- und Schulzeit 5 mal umgezogen – und ich habe nicht das Gefühl, dass es mir irgendwie geschadet hat. Kinder sind da viel flexibler als wir so annehmen. Klar – ich hab jetzt nicht die guten alten Freunde, die ich seit der Kindergartenzeit kenne – dafür bin ich aber auch flexibel und hatte zum Beispiel überhaupt kein Problem damit, für meinen Job von Hamburg nach Frankfurt zu gehen – sehr im Gegensatz zu einigen Kommilitonen, die AUF GAR KEINEN FALL auch nur 50 km weit wegziehen wollten.

  9. nosupermom
    18. Oktober 2008 um 14:34

    Sabine (du bist bineffm, oder?), ich bin auch als Kind sehr oft umgezogen und sicherlich macht einen das flexibel. Geht mir genauso!

    Allerdings sind wir nur immer innerhalb von D gezogen, so dass das Schulsystem doch recht ähnlich war. Ich weiß nicht, wie sich das auswirkt, wenn man „ständig“ zwischen irgendwelchen Ländern hin- und herzieht.

  10. 18. Oktober 2008 um 17:35

    Hallo Supermom,

    ich bin gerade zum ersten Mal auf deinem Blog gelandet. Weil ich am Stichwort Auswandern in die Schweiz hängen geblieben bin. Und habe neugierig geschmökert. Warum?

    Meine Tochter (Vollblutberlinerin und Weltbürgerin) lebt mit ihrem Partner (Norddeutscher und Weltbürger) seit etwa drei Jahren in der Schweiz. Sie wohnen auf dem Land, in der Nähe von Basel, und arbeiten in Basel. Ich habe von ihr bisher nie etwas über die oben angesprochenen Probleme gehört. Sie haben sich super eingerichtet, sich ziemlich schnell eingewöhnt. Und wollen dort erstmal nicht mehr weg. Im Frühjahr haben sie dort nun ihr erstes Kind bekommen. Sie erfahren größte und wärmste Unterstützung von ihrem (gemeinsamen) Arbeitgeber und haben jetzt (auch wenn alles da ’ne Menge Geld kostet) da eine wunderbare Kita für den Winzling gefunden, auch dort mit offenen Armen aufgenommen.

    Bei meinen Besuchen da habe ich nie irgendwelche Unfreundlich-, geschweige denn Feindseligkeiten festgestellt, war gelegentlich nur bis zum Schmunzeln überrascht, dass sie, völlig unbewusst, beim Einkauf im Supermarkt und beim Bäcker Smalltalk in Schwitzerdütsch führen. 🙂

    Ich weiß nun nicht, ob sie einfach Glück hatten, bin aber bei der er- und gelebten Normalität von allen Seiten eher geneigt, es anders zu sehen. Auf jeden Fall fühlen sie sich dort sehr wohl und sind eine glückliche – und gleichberechtigte – kleine Familie.

    Weiß nicht, ob ich dir damit helfen konnte. Wünsche dir und deiner Familie aber alles Gute, wie immer ihr euch entscheidet.

    Grüße aus Berlin von der Hex‘

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