Startseite > Verflixt und zugeNÄHt > Eine Socke auf Reisen

Eine Socke auf Reisen


Wie man bei Tini nachlesen kann, reist ja gerade eine Socke durch Deutschland. Also, keine fertige Socke, sondern eine Socke-im-werden.

Und seit Samstag gastiert sie nun bei mir. Weitergestrickt war ja schnell.

Aber nachdem, was ich über diesen Sockenbengel schon gelesen hatte, ist das ja ein ganz übles Früchtchen. Bei Anja hat er für Nachwuchs gesorgt und da ich hier mit meinen Jungs schon genug Stress habe, ohne dass sich auch noch die Socken sinnlos vermehren, musste Vorsorge getroffen werden. Hier herrscht Zucht und Ordnung – und meine Wollknäuel hüte ich wie meinen Augapfel.

Ja, klar, der ist eben in den Flegeljahren, aber trotzdem!

Am Wochenende war das ja kein Problem, da ist ja immer jemand zuhause, so dass er da gar keine Chance hatte, sich lüstern auf meine unschuldigen Wollvorräte zu werfen. Aber was mache ich unter der Woche? Ich kann ihn ja nicht immer mitschleppen (was so ein junger Kerl ja auch nicht immer ohne zu murren macht).

Meine Idee :mrgreen: :

socke-heizung

Das hat sich auch bewährt, denn ich konnte bis heute keine Babysocken auffinden… 😀

Das Fotografieren gestaltete sich schwierig, denn das Wetter war dermaßen bäh!, dass man da keinen Hund vor die Tür jagt, geschweige denn so ein halbfertiges Sockenkind (ja, er ist noch immer ein Kind…!).

Heute war es dann besser und so durfte er mich – wie wahnsinnig aufregend – zum EInkaufen begleiten.

Und was soll ich sagen? Man merkte sofort, dass es sich um einen Heranwachsenden handelt. Im Getränkemarkt stürzte er sich sofort auf eine Kiste Apfelwein und verlangte nach PARTY!!!!!

apfelwein

Na, dem hab‘ ich schön die Leviten gelesen! Von wegen Party! Aber da wir hier nun einmal im Lande des Apfelweins sind (für Nicht-Hessen: schmeckt beim ersten Mal wie abgestandener Sekt, man kann jede Menge davon trinken (besonders im Sommer und mit Wasser gespritzt), ohne was zu merken, aber dann kommt man mit dem dicken Kopf am nächsten Morgen nicht mehr durch die Tür und die Auswirkungen solcher Mengen auf den Verdauungstrakt sind auch verheerend 😳 ), habe ich was für Sockes Bildung getan und ihm mal gezeigt, wie Streuobstwiesen mit Apfelbäumen aussehen:

streuobstwiese

Das fand er ja ganz klasse und sockte sofort los, um zu klettern!

socke-apfelbaum2

socke-apfelbaum1

Und weil in einen guten Apfelwein auch Speierling reingehört, musste er da natürlich auch rauf:

speierling

socke-speierling1

socke-speierling2

Ihr könnt euch ja nicht vorstellen, wie geschickt der Kerl die Stricknadel zum Klettern einsetzt! 😯

Aber eigentlich ist unser Städtchen ja für Mineralwasser bekannt und nicht für Alkoholisches, daher habe ich Socke auch noch zum Sprudelbuben-Brunnen am Alten Rathaus geführt:

sprudelbuben1

sprudelbuben3

sprudelbuben2

Aus solchen Brunnen haben früher die Sprudelbuben das Wasser geholt, dass sie dann mit Kutschen in der Stadt verteilt haben.

Einer der ersten, die sich um die Vermarktung des hiesigen Mineralwassers bemüht haben, war Friedrich Grosholz. Ihm und seiner Quelle wurde natürlich auch ein Denkmal gesetzt:

urquelle-brunnen

Die verschiedenen Streifen stehen für die unterschiedlichen Gesteinsarten des Bodens.

urquelle-brunnen2

Leider fehlgeschlagen sind Sockes Bemühungen, den alten Herrn zum Stricken zu animieren. Er wollte lieber weiter nur so dasitzen und gedankenverloren in die Ferne schauen.

grosholz

Jetzt ist die Zeit des Abschiednehmens gekommen, aber da Socke so begeistert von Hessen ist (und vielleicht hofft, dass er doch noch zu seinem Apfelwein und seiner Party kommt), bleibt er in der Umgebung und wird morgen von mir zu Katho gebracht.

Dank meiner drastischen Maßnahmen war er ein netter Gast, aber ich bin doch froh, die Verantwortung abgeben zu können… :mrgreen:

Advertisements
Kategorien:Verflixt und zugeNÄHt Schlagwörter: , ,
  1. 11. Februar 2009 um 23:56

    du machst mich fertig… 😉

    ich musste sehr lachen, als ich das erste bild gesehen habe. an die heizung gekettet – das ist eine art geflügeltes wort bei uns, entstanden vor… ehm, vielen jahren, als wir eine „tagesschwester“ hatten. längere geschichte, und immer wieder gerne erzählt 😀
    (das „Kind“ ist mittlerweile 31… meio)

  2. 12. Februar 2009 um 18:18

    Echt geil wie kommt man auf solch eine Idee :)) Warum eine Socke und nicht eine Unterhose

  3. nosupermom
    12. Februar 2009 um 19:54

    Na, weil Tini doch Socken gestrickt und eine davon im Bus verloren hat… Wer strickt denn bitte auch Unterhosen?

  4. 12. Februar 2009 um 20:21

    Interessant 🙂 und du hast dir richtig Arbeit gemacht… supie 🙂

    glg, Sunsy

  5. nosupermom
    12. Februar 2009 um 20:23

    Das war keine Arbeit! Das war Spaß pur!

  6. 13. Februar 2009 um 16:01

    Hallo Annette, ich habe die freche Socke dann noch gestern abend in einem Eiscafe getroffen.
    Sie hatte gerade viele Freunde zum chillen dabei.
    LG Ines

  7. nosupermom
    13. Februar 2009 um 16:35

    Ui, ich hoffe, ihr seid nicht mit der Bande aneinandergerasselt! Aber Eiscafé ist doch schon mal gut – besser als in der Kneipe beim Komasaufen :mrgreen:

  8. 9. März 2009 um 14:09

    ich lach mich weg!!!!

    eine coole Sache!

    Liebe GRüße
    Maike

  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: