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Ist das Deutsch?


Pünktlich zum Ferienende überreichte mir Sohn1 mit den Worten „Ach, Mami, das habe ich ja ganz vergessen…“ 😳 ein kurzes Schreiben:

Sehr geehrte Supermom, sehr geehrter Superdad,

seit Beginn des Halbjahres kam ihr Sohn1 3 x ohne oder mit unvollständigen Hausaufgaben in den Unterricht. Ich bitte Sie, davon durch Unterschrift Kenntnis zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

der Deutschlehrer

Ich habe natürlich davon Kenntnis genommen und weiß jetzt auch, warum Sohn1 nie Hausaufgaben auf hat :mrgreen:

Aber die Formulierung „ohne oder mit unvollständigen Hausaufgaben“ nagt immer noch an mir.

In meinem Verständnis beziehen sich beide Präpositionen mit und ohne auf die Wortgruppe unvollständige Hausaufgaben, was bedeutete, dass er „mit unvollständigen Hausaufgaben“ oder „ohne unvollständige Hausaufgaben“ kam. Gefälliger fände ich „mit unvollständigen oder ohne Hausaufgaben“.

Aber das bin ja nur ich – und der Mann ist schließlich Deutschlehrer!

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  1. 19. April 2009 um 23:50

    Jaja, Deutschlehrer mit ohne ordentliche Deutschkenntnisse! 😉
    So einen Kram müsst Ihr unterschreiben? Da hätten meine Eltern echt was zu tun gehabt, denn ich habe fast nie Hausaufgaben gemacht.

    Viele Grüße
    Jinx

    • zimtapfel
      20. April 2009 um 13:43

      Oh ja, meine auch… *hüstel*

    • nosupermom
      20. April 2009 um 16:12

      Na, ich warte mal ab, wie sich das entwickelt. Vielleicht lass ich mir ja ’nen Faksimile-Stempel machen :mrgreen:

  2. cutter
    20. April 2009 um 23:31

    ohne unvollständige Hausaufgaben heißt also: vollständig! Superkid!

    • nosupermom
      21. April 2009 um 10:34

      Und das ist so bemerkenswert, dass wir es zur Kenntnis nehmen müssen? 😆

      Nee, ganz ehrlich, diese Interpretation schoss mir auch durch den Kopf, aber es ist eben missverständlich: Es kann heißen „ganz ohne“ oder „mit vollständigen“.

      Ich bin da schon pingelig, gebe ich ja zu, aber ich erwarte von einem Deutschlehrer mehr Gespür für unsere Sprache!

      • cutter
        21. April 2009 um 16:54

        Und ob das bemerkenswert ist! Es wird viel zu selten gelobt. Warum sollen wir armen Eltern immer nur dann eine Nachricht vom Lehrer bekommen, wenn was schiefging?
        Man könnte ja mal in Richtung Lehrer ein Zeichen setzen: „Ein Teil Ihrer Nachricht war ja wirklich vom allerfeinsten Deutsch, gratuliere!“ 😀

  3. 24. April 2009 um 09:52

    Meine Eltern hätten solche Briefe eigentlich dauernd kriegen müssen (gemessen an meiner Faulheit), haben aber nicht einen einzigen (auf Grund brillianter Vertuschungstaktiken gegenüber des Lehrers) gekriegt.
    Meine Lehrer halten mich bis heute für ne Musterschülerin… Wenn die wüssten!

  4. Frau Argh
    24. April 2009 um 10:45

    jau…ich war auch immer gut im improvisieren *hust*

  5. nosupermom
    24. April 2009 um 11:06

    Na, da aus euch allen ja doch was geworden ist, stelle ich fest, dass Hausaufgaben komplett überbewertet sind (das sagt ja auch die Wissenschaft!) und dass auch für den jugendlichen Delinquenten noch Hoffnung besteht! 😆

    • zimtapfel
      24. April 2009 um 14:23

      Ha! das Hausaufgaben völlig überbewertet sind, hab ich meinen Lehrern und Erziehungsbrechtigten schon in der Grundschule klarzumachen versucht. Aber damals wollte mir ja keiner glauben. Und dabei war ich eine Pionierin! Jawohl!

      • nosupermom
        24. April 2009 um 14:30

        Du weißt doch: Wer seiner Zeit voraus ist, muss in unbequemen Unterkünften auf sie warten!

  6. 8. Mai 2009 um 15:05

    Sehr guter Beitrag. Wurde gerne noch weitere Informationen daruber erhalten.
    Besten Dank und gruss

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