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Geschmäcker ändern sich


Man sagt ja oftmals, dass sich die Geschmäcker (gibt es dieses Wort überhaupt? 😕 ) von Kindern im Laufe der Jahre ändern und nach der Pubertät dann auch Speisen gegessen werden, die vorher gar nicht gingen.

Sohn1 isst, seit er sprechen kann, keine Kartoffeln – außer als Pommes frites 🙄 Als Baby habe ich ihn mit selbstgekochtem Brei gefüttert, der aus Kartoffeln und diversen Gemüsen bestand. Hat er immer gegessen… Aber später ging gar nichts mehr: kein Kartoffelbrei, keine Salzkartoffeln, keine Bratkartoffeln, keine Klöße, nix, nada, niente!

Und so überreichte er bereits gestern Abend eine Protestnote, als ich verkündete, in Anbetracht des trüben Herbstwetters eine richtig feine Kartoffelsuppe zum Warmwerden kochen zu wollen. Mehrfach fragte er heute nach, ob es sich nicht doch um einen meiner schlechteren Scherze gehandelt habe.

Und dann saßen wir alle am Tisch und die Suppe dampfte verheißungsvoll im Topf. Und nach einem kurzen Wut- und Heulanfall, der niemanden beeindruckte, sprach das Kind die magischen Worte: „Gib mir auch ’ne Portion!“ Ich habe ihm dann eine vorsichtige Schöpfkelle aufgefüllt, die er unter Motzen und Meckern aß. Das war schon mehr als ich überhaupt erwartet hatte, denn bislang löste die Einwirkung von unfritierten Erdäpfeln auf seine Geschmacksnerven stets Würgeanfälle aus. 😯 Und dann war der Teller leer und das Kind sprach: „Kann ich bitte noch eine Portion haben?“ 😯 😯 Während er die nächste Kelle verputzte, hörte ich die gemurmelten Worte. „Warum esse ich das eigentlich?“, aber er nahm auch noch ein drittes Mal. Insgesamt war es vielleicht ein normaler Teller voll, aber ich saß sehr verblüfft daneben.

Und dann traf mich ein Geistesblitz: Der Junge ist in der Pubertät! Und es ist mit Sicherheit nicht so, dass sich die Geschmäcker ändern, aber es fällt deutlich schwerer, längere Zeit ohne Nahrung zu überstehen, da ja diese Pubertisten ständig ausgehungert sind. Das war also ein typischer Fall von „Der Hunger treibt’s rein!“

Nächste Woche machen wir mal die Probe aufs Exempel: Ich gebe ihm drei Tage nichts zu essen und dann serviere ich Spinat. Mal schauen, ob das auch klappt! 😛 Dann hätte ich auch empirische Belege für meine Theorie!

Hier noch das Rezept für die überaus leckere Suppe:

200 g Bacon Bits in 1 EL Öl auslassen

1 Zwiebel kleinhacken, dazugeben und glasig werden lassen

4 Möhren kleinschneiden

2 Stangen Porree in Ringe schneiden

1 Petersilienwurzel kleinschneiden

1 Pastinake kleinschneiden

1 Stück Sellerie kleinschneiden

viele Kartoffeln (ich habe mehligkochende genommen) kleinschneiden

Kartoffeln und Gemüse zu Speck und Zwiebeln geben und etwas andünsten

1 Liter Gemüsebrühe dazu und köcheln lassen, bis das Gemüse und die Kartoffeln weich sind (nach Geschmack). Dauert so ca. 30 Minuten.

Ich habe dann die Suppe ein wenig mit dem Kartoffelstampfer bearbeitet. So wird sie sämig, ist aber noch stückig und nicht so glatt püriert. Dann mit Majoran, Thymian, Salz und Pfeffer abschmecken, einen Ring Fleischwurst in Stücke schneiden und diese in der Suppe erwärmen.

Fertig!

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  1. 23. Oktober 2009 um 19:56

    oh, schinkenwürfel heißen jetzt Bacon bits…

    • nosupermom
      23. Oktober 2009 um 20:11

      Nö! Schinkenwürfel heißen Schinkenwürfel. Bacon Bits sind eher so Bauchfleischwürfel (z.B. von Tulip). Ich mag die lieber als Schinkenwürfel, weil sie nicht so salzig und/oder stark geräuchert sind.

  2. 23. Oktober 2009 um 19:59

    du könntest meine mutter sein.
    nicht vom alter, aber von dem, was du schreibst.
    ich kann sie förmlich hören: „was WIR damals für ein gezerre mit dir hatten wegen des essens. NICHTS hast du gegessen. kein gemüse, keinen salat – schrecklich! gott sei dank hat sich das gegeben…“ dann folgt ein gottergebener seufzer und ein seitenblick „ich hab’s ja gleich gesagt“.

    wobei ich bestimmte sachen heute noch nicht esse… 😉
    spinat gehört übrigens dazu.

  3. 23. Oktober 2009 um 20:39

    ohja, sehr lecker! 😀
    und ich hoffe, ich darf sowas auch bei meinem sohnemann mal erleben! 😀

    • nosupermom
      23. Oktober 2009 um 20:46

      Warte einfach noch fünf Jahre und dann frisst er die die Haare vom Kopf und bettelt dich an um Obst und Gemüse!

  4. Tamar
    23. Oktober 2009 um 21:39

    Da sieht meine Zukunft aber rabenschwarz aus: Meine Kinder essen nämlich jetzt schon ALLES. Wie soll ich die in ein paar Jahren noch durchfüttern können?

  5. 23. Oktober 2009 um 22:25

    Das kann aber durchaus auch länger dauern als bis zur Pubertät. Ich habe jahrelang Paprika gehasst. Ekelig.. der Geruch, Bäh! Als Kind habe ich sie gegessen, aber irgendwann.. pulte ich sie sogar von Pizza runter.
    Und dann, im reifen Alter von über 30, da war das Bah-Gefühl plötzlich weg! Außer bei Grünen, die meide ich noch immer. 😀
    Aber die anderen.. im Salat, im Gulasch, auf Pizza.. oder gefüllt, egal.. LECKER!
    Es gibt also auch für Spinatnichtmöger noch Hoffnung ( den mag ich übrigens noch immer nicht als BLUP Spinat, aber wenn er nur grob gehackt ist, dann gerne. :D)

    • nosupermom
      23. Oktober 2009 um 22:46

      Wahrscheinlich bist du einfach ein Spätentwickler! 😛

  6. zimtapfel
    24. Oktober 2009 um 22:54

    Ich esse heute so einiges, was ich als Kind nicht runterbekommen habe. Und das meiste davon sogar sehr gern. 🙂

  7. Silberblut
    25. Oktober 2009 um 13:58

    Warte mal ab, bis der junge Mann die erste selbstkochende Freundin hat.
    Also, eine Freundin die ihn bekocht, nicht sich selbst…

    Wenn ich dran denke, wie mäkelig mein Bruder früher beim essen war, was Gemüse angeht… Und sowohl Freundin als auch Schwiegermama-in-Spe behaupten, mein Bruder würde ALLES essen.

    Bei meinem Freund ist es ähnlich, er ist alles. Und er ist auch (fast) alles auf. Und hinterher erfahre ich dann „Eigentlich mag ich das gar nicht so gerne, aber bei dir schmeckt´s mir“

    😉

    Sachen gibts…

  8. 26. Oktober 2009 um 10:16

    ich hab ja früher nie tomaten gegessen … und eines tages wars dann einfach vorbei … obwohl ich jahrelang davor nur terror geschoben habe. wir werden eben alle nicht jünger … *hust*

  9. Frau Argh
    27. Oktober 2009 um 00:19

    genau…ging mir auch mit vielem so…aber nach diversen erzwungenen kantinenessen wärend der ausbildung, der unimensa oder einer zu gut meinenden ex-freund-mutter die immer total beleidigt war, wenn ich ihren (manchmal äußerst abstrusen) krempel nicht gegessen habe, bekomme ich jetzt auch einiges runter, was früher gar nicht ging…

    wobei es auch immernoch sachen gibt, die in mir kaltes grausen verursachen…ich glaube einiges ändert sich dann doch nie…

  10. 27. Oktober 2009 um 14:50

    Waaaaaah, ich hau mich weg. *lach* Bin durch Zufall über deine Seite gestolpert und finde deine Schreibweise so herrlich erfrischend.^^

    Hier weht gerade eine heftige Brise in die andere Richtung: Little J fängt an rumzumosern und alles mögliche nicht mehr zu essen, was er sich vorher mit Hingabe in die Figur gehauen hat. 😀

    Ich dagegen probiere alle 6 Monate mal wieder ein Schlückchen Bier, verziehe dann angewidert das Gesicht und werde stinkig. Das muss doch zu machen sein. ^^

    • 28. Oktober 2009 um 03:37

      wat wär das doll wenn ich dem bier wiederstehen könnte! haha … aber dat geht ma gar nicht! das muss doch heilbar sein!? 😉

      • Frau Argh
        28. Oktober 2009 um 23:10

        also wirklich…ich bin schockiert…KEIN bier oO *röchel* da muss ein kraut gegen gewachsen sein…

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