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Schlampige Wortwahl


Die Sache mit dem „sexuellen Missbrauch von Kindern“ ärgert mich! Jedes Mal, wenn ich es höre und lese!

Nicht nur, dass so etwas geschehen ist, geschehen konnte und sicherlich immer noch geschieht. Hierfür wäre ärgern ein zur schwaches Verb! Und ich lass mich jetzt mal nicht darüber aus, was ich von solchen „Pädagogen“, „Seelsorgern“ etc. halte.

Nein, ich finde die Wortwahl einfach so furchtbar falsch!

Nennt mich jetzt ruhig Korinthenkacker, aber für mich ist das kein Missbrauch, sondern eine Misshandlung!

Missbrauchen kann ich etwas, das ich auch gebrauchen kann, also die Notbremse im Zug oder Medikamente. Kinder (und Menschen überhaupt) kann man nicht gebrauchen, folglich auch nicht missbrauchen. Sie werden misshandelt. MISSHANDELT!

Klingt brutal? Ist es auch!

Und durch die Verwendung des Begriffs „Missbrauch“ in allen Medien werden diese Straftaten verniedlicht, verharmlost und die Opfer zu Sachen degradiert.

Wenn Kinder geprügelt werden, spricht man doch auch von Misshandlung! Die seelischen Wunden bei „sexuellen Übergriffen“ (auch wieder so ein steriler Wischi-Waschi-Begriff) sind nicht minder schwer und tief und wirken u.U. noch viel länger nach!

Liebe Nachrichtenredakteure da draußen im Land: Einfach mal nachdenken, ob eine schlampige Wortwahl guter Journalismus ist!

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  1. 21. März 2010 um 09:52

    Die Wortwahl in der Beeichterstattung ist falsch, das sehe ich auch so.

    Beunruhigend ist indes ebenso, dass sich die Kirchenoberen scheinbar einfach so über geltendes Recht hinwegsetzen könne. Dem Gesindel die die Kinder misshandelt haben, gehört nicht Unterschlupf in der Kirche gewährt. Vollkommen egal was der Mensch in Rom absondert, anerkennt, hirtenbrieft oder sich gar fadenscheinig entschuldigt, diesem ruchlosen Pack gehört der Stock des Gesetzes ins Kreuz gedonnert, so lange bis es richtig weh tut.

    • nosupermom
      21. März 2010 um 14:46

      Wenn man sich überlegt, dass einem Pfarrer die Exkommunikation droht, wenn er einem Protestanten das Abendmahl reicht, aber hierfür nicht… Verabscheuungswürdig!

  2. Schokosanne
    21. März 2010 um 13:03

    Tja, wer nimmt schon gerne das Wort „Vergewaltigung“ in den Mund? Das klingt doch einfach ZU brutal. Mit der Verharmlosund durch diese Wortwahl werden die Opfer ein zweites Mal gedemütigt, finde ich.

    • nosupermom
      21. März 2010 um 14:47

      100 % Übereinstimmung!

  3. 3. Mai 2010 um 14:02

    Das ist mit dem „Missbrauch“ genauso wie mit dem „Holocaust“. Eine honigmäuliges Schönsprech, damit niemand von der brutalen Wirklichkeit eingeholt wird, die im Kopf entsteht, wenn man „Vergewaltigung“ oder „Judenvernichtung“ sagt oder schreibt.

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