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Schul-Frust


Warum können Lehrer nicht zugeben, wenn Sie einen Fehler gemacht haben? Warum müssen sie sich dann seltsame Ausreden wie „Das kann man auch so sagen“ oder „Das ist eine Art Abkürzung dafür“ einfallen lassen?

NEIN, „arson“ heißt NICHTBrandstifter“ sondern „Brandstiftung„. „Brandstifter“ heißt „arsonist“ und NEIN, „arson“ ist NICHTso eine Art Abkürzung dafür„!!!!😈

Netterweise will sie immerhin die Kinder „auf diese Besonderheit“ hinweisen… WTF?

*gnarf*

Kopieren die denn alles nur aus dem Internet oder aus Büchern, ohne den Kram mal selbst zu lesen? Wenn es sogar mir beim ersten Draufschauen auffällt?

Das ist jetzt die zweite Englischlehrerin, die meinem Kind Mumpitz erzählt und es nicht wahrhaben will! Jeder macht mal Fehler, aber dann auch noch darauf zu beharren?👿

*frust*

Kategorien:NÄHbenbei bemerkt Schlagwörter: , ,
  1. 15. Juni 2011 um 14:47

    najaaaaaaaaaaaa, ich schätze mal den meisten fällt es schwer zuzugeben, dass da was schief gelaufen ist. mir ging es in der lehrenden zeit auch mal so … ging aber um was anderes … ich hab nen eintrag verpasst der total hahnenbüchen war … absolut nicht haltbar …. das kind war einfach zur falschen zeit am falschen ort. dann aus der situation rausgehen … denken …. abstand nehmen und den fehler korrigieren. waren bei mir zwar „nur“ 5er, aber ich stand vor der klasse und hab den eintrag zurückgenommen und war dem infarkt nahe. und am ende wurde ich noch belohnt (!) weil die kinder dann ihrer klassenlehrerin gesagt haben, dass DAS jetzt ganz schön mutig von mir war. ich hab zuvor ja befürchtet, dass ich meine ernsthaftigkeit verliere aber das gegenteil war der fall. genau.

    aber ich schweife ab. …. *hust* …. jedenfalls darf man sich meines erachtens ale lehrer nicht scheuen auch mal zu sagen, dass man was falsch gemacht oder gesagt hat. und wenn man etwas nicht weiss (auch das soll ja mal vorkommen!) dann darf man das auch bis zur nächsten stunde nachgucken und dann den kids präsentieren.

    finde ich jedenfalls. und habe ich auch so gehandhabt falls es mal so kam.

  2. 15. Juni 2011 um 15:30

    Das mit dem Eintrag finde ich richtig gut! Großen Respekt!

    Ich habe grundsätzlich sowieso mehr Respekt vor Menschen, die Fehler auch zugeben können, als vor denen, die sich für unfehlbar halten.

  3. 16. Juni 2011 um 16:33

    pädagogen denken leider viel zu oft, dass sie keine fehler machen dürfen. ganz seltsam. aber anders lebt es sich wesentlich leichter. (nicht umsonst haben viele pädagogen einen wöchentlichen termin auf dem sofa …..)

  4. 30. Juni 2011 um 06:42

    hihi….ich schlage mich mit einer Deutschlehrerin rum die sich nicht ausdrücken kann. Sicherlich sind das stilistische Varianten der deutschen Sprache die mich aufregen, aber von einer Lehrerin welche die schöne deutsche Sprache studiert hat erwarte ich mehr. ein guter Ton und eine klare Form gehört dazu!
    LG Bonafilia

  5. 8. August 2011 um 22:18

    Seit ich selbst gymnasiales Lehramt studiere, kann ich über derlei beinahe nur noch herzlich lachen (wobei das schon eher in Richtung verzweifeltes Lachen geht, denn eigentlich ist die Situation zu traurig, um da Scherze drüber zu machen):
    An der Uni bekommt man nicht wirklich etwas beigebracht. Eigentlich noch weniger als „nicht wirklich etwas“. Man mogelt sich mit Schulwissen (sofern noch vorhanden) und viel Geschwafel und Geseiher (insbesondere in den sprachlichen Fächern, die zu einem nicht zu unterschätzenden Anteil aus Literaturwissenschaft bestehen) so durch und kriegt, hat man Glück (aka einen wohlwollenden Dozenten/Prof) gute Noten und hat man Pech (aka einen nicht wohlwollenden Dozenten/Prof) schlechte Noten.

    Mit Können oder Nichtkönnen, Wissen oder Nichtwissen, qualitativ hochwertiger Ausdrucksweise etc. hat das Studium der Sprachen nicht wirklich etwas zu tun (wobei das nicht nur im Sprachen-Studium so ist).

    Insofern wundert mich gar nicht mehr, was man immer wieder über den von mir angestrebten Berufsstand hört. Und gewissermaßen kann dieser Berufsstand nicht mal was dafür, denn all das, was wichtig wäre, wird im Studium im Namen der „Freiheit von Lehre und Forschung“ (imho einfach nur die schönere Bezeichnung für „Jeder Prof kann machen, was er will“) einfach übergangen, ignoriert, ausgelassen. Macht ja nix.🙂

    Das Studium einer „ach so schönen Sprache“ hat rein null und komma-gar-nichts damit zu tun, sich gescheit ausdrücken zu können oder das perfekte Vokabular zu beherrschen. Traurig, aber wahr – das sind meine Erkenntnisse nach 4 Semestern.

    Könnte man sicher noch einwenden, dass fachliche Kenntnis wenig mit der Befähigung zu tun hat, eigene Fehler einzugestehen. – Fragt sich nur, wann oder wo es gelernt worden sein soll.
    Ich kann mir ganz gut vorstellen, dass da beim „Ertapptwerden“ die Angst im Hinterkopf besteht, dass wenn man den Fehler nun zugibt, man am nächsten Tag Gespött der ganzen Klasse ist (à la „Haaahaa! Meine Mutter hat die zurechtgewiesen, weil die voll Fehler macht!“).

    Kurzum: mich wundert inzwischen gar nichts mehr.

    (Ich entschuldige mich für diesen romanartigen Kommentar, insbesondere, da das hier mein erster Kommentar hier ist.🙂 Aber dieses Thema ist so eines, das mir auf der Zunge brennt.)

    • nosupermom
      8. August 2011 um 22:38

      Danke für deine superehrliche Einschätzung!
      Ich glaube, dass man die Lehrerausbileung deutlich verbessern könnte, indem man hierfür eigene Fakultäten schafft und so die Ausbildung entschlackt von dem Wissen, das in der Schule überhaupt nicht gebraucht wird. Ein Englischlehrer muss meines Erachtens kein Anglist sein, der sich bis in letzte Detail mit Shakespeare und Konsorten auskennt und ein Deutschlehrer muss nicht Walther von der Vogelweide rückwärts rezitieren können! Genauso wenig muss ein Mathelehrer Fermats letzten Satz beweisen können etc.

      Praxis, Didaktik und eine Prise Psychologie wären viel sinnvoller…

      • 9. August 2011 um 05:56

        Es reichte ja schon aus, bekämen die Lehramtsanwärter einen eigenen Studiengang, der schon möglichst früh von (sinnvoll organisierter!) Praxiserfahrung durchdrungen ist.

        Tatsächlich latzt man uns Lehrern ein schlecht erdachtes und schlecht organisiertes Patchwork aus allen anderen Studiengängen zusammen. Da sitzt der Lehrer mit Englisch im Nebenfach zwischen den Grundständigen (also die nur Englisch studieren); der Erdkundelehrer muss sich bis zum Erbrechen mit Statistik quälen; und in der Fachdidaktik (imho das wichtigste Fach, tatsächlich aber zu nicht mal 25% im Stundenplan vertreten) sitzen Grundschul-, Berufsschul- und Gymnasiallehrer zusammen.
        Psychologie hatte ich übrigens innerhalb 4 Semestern einmal, das auch nur mit 2 Stunden die Woche (= 90 Minuten) und zudem auch nur, weil ich es gewählt hatte.

        Ach, ich könnte da ganze Romane drüber schreiben (und vielleicht sollte ich das mal tun in Form eines Buches).🙂

        Universität und insbes. das Lehrerstudium (ich hoffe ja immer noch, dass es in anderen Studiengängen besser ist) ist ein verkorkstes, schlecht organisiertes und inhaltlich sinnloses Gestrüpp.

        Für mich gilt inzwischen: Nicht der Weg ist das Ziel, sondern der Weg das, was ich leider auf mich nehmen muss, um mein Ziel zu erreichen.

        • 9. August 2011 um 10:37

          @besser in anderen studiengängen: nicht wirklich – als diplom ök*nom kann ich zwar alles, aber nix richtig, wenn man’s mal überspitzt ausdrücken will. klar hatte ich 3 hauptfächer und klar musste ich auch in einem meine diplomarbeit schreiben…ABER man wird halt zum totalen fachidioten OHNE praxisbezug gezüchtet. pflichtpraktika oder auch nur entfernt praxisrelevante geschichten gab’s nämlich so gut wie gar nicht…außer man hat eben FREIWILLIG die semsterferien dafür genutzt (wenn man denn nicht gerade klausuren oder hausarbeiten schreiben musste…). gut – die organisation bei uns war nicht so mies, aber um den bogen zu schlagen – ich bin DERBE froh, dass ich vor dem studium eine ausbilgung gemacht habe und DA den „echten“ arbeitsalltag kennelnernen durfte. das was ich in der uni gelernt habe ist zwar zu weilen nützlich, aber 1:1 umsetzbar eben auf keinen fall…(weil eben theorie vs. praxis und so…)

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