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Fragen Sie Frau Nosupermom


Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein Sozialallergiker bin. Ich muss keine anderen Menschen um mich haben und bin sehr gerne alleine. Die meisten Unwahrscheinlich viele Menschen öden mich einfach nur an, weil ich mit ihnen gar nichts anfangen kann. Arrogante Kuh? Ja, mag sein! Aber ich steh dazu und kann damit leben.

Ich laufe also nicht durch die Welt auf der Suche nach Freundschaften, Bekanntschaften, Unterhaltungen, sondern bin meistens recht froh, wenn man mich einfach in Frieden lässt. Beim Einkaufen Stöpsel ich mir mein iPhone in die Ohren und höre Podcasts und finde das ganz prima.

Komischerweise muss ich aber wohl noch an meiner Außenwirkung arbeiten (Hallo, Frau Argh!!!) Denn scheinbar sende ich das Signal aus: „Kommt alle und unterhaltet mich mit euren Problemen! Ich habe ein offenes Ohr für alle Freaks dieser Welt!“ Anders kann ich mir nicht erklären, dass Gott, die Welt und sein Bruder es bei einer flüchtigen Begegnung nicht einfach bei einem Gruß lassen können, sondern mir sofort ein Gespräch aufdrängen. Und Leute in der S-Bahn mich sofort in eine lockere Plauderei verwickeln müssen.

Den Vogel schoss heute in der Schulbücherei eine Elftklässlerin ab! Ich bin da ja einmal in der Woche und heute war wenig zu tun. Sie setzte sich dann zu mir und erzählte mir 1,5 Stunden von ihrem Leid beim Lernen, ihren Plänen für die Zukunft (bemerkenswert, wie genau diese Sechzehnjährige wusste, was sie will!) und dem Stress mit ihren Eltern. Vieles konnte ich sogar nachvollziehen, weil es mir früher ganz genauso ging. Wie ich ist sie ein Einzelkind und ihre Eltern machen sich echt ’nen Fleck ins Hemd vor Angst, was ihrem Kind alles passieren kann. Aber warum um alles in der Welt erzählt sie mir das? Ich meine, ich kenne sie vom Sehen, von ihren Besuchen in der Bücherei, aber um Himmels Willen: Ich bin, wie vorsichtige Nachfragen ergeben haben, lockere 7 Jahre älter als ihre Mutter!!!

Okay, irgendwie hat es mir geschmeichelt, aber wie kommt man auf die Idee, einer eigentlich Fremden sein Herz auszuschütten? Und nein: Sie machte jetzt nicht den absolut verzweifelten Eindruck, als wenn sie gleich von der Brücke springt. Es war eher so ein allgemeiner Rant, wie man es sich bei einer Freundin vorstellen würde. Strange!

Vielleicht sollte ich doch noch einmal zur Uni gehen und vielleicht ein Psychologiestudium aufnehmen. Dann würde ich eventuell wenigstens verstehen, was es an mir ist, dass Leute dazu zu zwingen scheint, mir ihr Seelenleben vor die Füße zu werfen….

 

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  1. 10. September 2011 um 00:55

    *schmunzel* Nun würde es mich ja glatt mal interessieren, wie Du aussiehst – so wegen der Außenwirkung.

    Gewissermaßen können wir uns die Hand reichen. Mir labern zwar keine Leute eine Frikadelle ans Ohr (ein Glück!), aber (und dabei fällt mir ein, dass ich das noch hatte bloggen wollen) mir ist es jetzt binnen gerade mal zwei Wochen passiert, dass mich in drei verschiedenen Supermärkten (bzw. einmal war es ein BAUmarkt!) irgendwelche Kunden ansprachen in der festen Annahme, ich gehörte zum Personal und könne Fragen zu irgendwelchen Waren beantworten. oO
    Und nein, ich laufe in meiner Freizeit nicht in weißen Supermarkt-Kitteln oder dergleichen herum (in der Nicht-Freizeit übrigens auch nicht).

    Ja, da wüsste ich auch gerne, woran es liegt. Denn eine solche Außenwirkung passt mir nicht so wirklich.

    Psychologie würde mich ja einerseits auch reizen, andererseits fürchte ich, dass man Menschen dann nicht mehr vorbehaltlos sehen kann und nur noch analysiert/typisiert/wie-auch-immer. Mein Männe hat berufsbedingt eine Schulung machen müssen, in der es darum ging, Menschen sehr intensiv und tiefgehend einzuschätzen. Mein Männe sagt, das war interessant, aber auch sehr desillusionierend. Manche Menschen wurden regelrecht ent“weiht“ – sprich: die kann er kaum mehr sehen, wie er sie vorher sah, sondern sieht sie jetzt anders. Und die kommen dabei nicht unbedingt gut weg.

  2. Frau Argh
    13. September 2011 um 17:34

    außenwirkung *pfeif* jaja…da sagen sie was…
    ich falle da ja gerne von einem extrem ins andere…irgendwie…entweder die leute behaupten, ich wäre der boßhafteste, gemeinste grummel grießgram ever, oder aber zu schüchtern und introvertiert (dabei WILL ich doch nur gar nicht mit denen reden) oder aber ich bin auf einmal der nette und lustigste sonnenschein ever, dem man gerne mal alles erzählt oO wobei ich dankenswerterweise bisher auf die wenigsten die „briefkastentantenwirkung“ hatte…sprich: mit sowas lassen mich die leute meist in ruhe. zum glück…

    in baumärkte gehe ich nach der arbeit schon gar nicht mehr – da sprechen die mich IMMER an (sogar bei ike* in der küchenabteilung!!!) – baumärkte betrete ich nur noch in zivil…

  3. 19. September 2011 um 00:04

    Oo DAS ist ja arg interessant.
    Aber auch irgendwie niedlich😉

    Ich werde zum Glück nicht dauernd angesprochen. Wenn dann nur in den merkwürdigsten Situationen, z.B. von einer älteren Dame während ich morgens auf dem Weg zum Bus bin und es schwer eilig habe. Die erzählte mir in den 3 Minuten flugs ihre aktuelle Krankengeschichte.

    Vielleicht liegt das auch nur an Hessen? Woanders passiert mir sowas nämlich nie.

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