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Archive for Juli 2014

Gaucho-gate

16. Juli 2014 4 Kommentare

Meine Fresse! Was für eine bescheuerte Aufregung!

Die deutsche Herren-Fußball-Nationalmannschaft (man muss ja ganz politisch korrekt sein, wenn man nicht durch den Fleischwolf der linken Meinungsmacher im Netz gedreht werden will…) ist am Sonntag im Endspiel gegen Argentinien Weltmeister geworden.

Auf keinen Fall darf man jetzt sagen „Wir sind Weltmeister!“, denn Totum-pro-parte ist nur den oben erwähnten Vordenkern erlaubt. Da nützt es auch nichts, dass Manuel Neuer im Interview gesagt hat „Ganz Deutschland ist Weltmeister!“, denn er ist ja nicht der Bestimmer! (Wahrscheinlich wäre auch ein sprachlicher Missgriff wie Weltmeistx (oder so) nicht wirklich politisch korrekt.)

Es wurde ja auch schon Anstoß genommen am Schwenken der Fahnen und Schmücken der Autos mit den deutschen Farben. Schließlich kann man ja davon ausgehen, dass jeder, der sich so ein Schwarz-rot-gold-Kondom über den Außenspiegel seines Autos zieht, nächste Woche mit Stahlhelm und Knüppel marodierend durch die Innenstädte zieht und Dönerbuden, Pizzerien sowie Eine-Welt-Läden demoliert.

Und dann der Eklat, der aller Welt die hässliche und gefährliche Fratze des deutschen Michels (der seinen Stahlhelm perfide unter der Schlafmütze tarnt) zeigt: 6 Spielx (wer weiß schon, wie die sich gendermäßig definieren) kommen gebückt auf die Bühne an der Fanmeile in Berlin und singen „So geh’n die Gauchos, die Gauchos, die geh’n so…“, danach richten sie sich auf und singen mit stolzgeschwellter Brust „So geh’n die Deutschen, die Deutschen, die geh’n so…“. Ein Lied, dass es in diversen Abwandlungen schon bei vielen Fußballspielen gegeben hat, das jetzt aber von deutscher Überheblichkeit, Nationalismus und blankem Rassismus, ja sogar dem Geist des Nationalsozialismus‘, zeugt.

Äh, ja…

Mit Sicherheit ist das Lied nicht das lustigste oder geistreichste, aber es war ja auch kein Poetry Slam oder eine Marcel-Reich-Ranicki-Gedenkveranstaltung, sondern die Siegesfeier der gerade aus Brasilien gelandeten deutschen Nationalmannschaft. Leute, lasst doch mal die Kirche im Dorf! Kann man anders machen, aber ich glaube wirklich, dass unsere Mannschaft, die sich während des ganzen Turniers ausgesprochen fair gezeigt hat (habt ihr die ganzen Bilder gehen von Schweinsteiger, der nach jedem Spiel die Spieler der unterlegenen Mannschaft getröstet hat?), hier jetzt nicht „geschlachtet“ werden muss, weil sie einen doofen Song intoniert hat! Ist das alles, was von der WM2014 bleibt?

Wenn Deutschland (na gut, nicht ganz Deutschland, nur die bereits erwähnte Fußballmannschaft) im Finale auf die USA getroffen wäre und diese (also nicht die komplette USA, sondern nur deren Fußball-Nationalmannschaft) besiegt hätte und dann bei der Siegesfeier „So geh’n die Cowboys, die Cowboys, die geh’n so…), hätte sich niemand aufgeregt (die einen nicht, die sich auch jetzt nicht aufregen, weil es einfach nur ein platter Scherz wäre und die anderen, die jetzt den Stock nicht aus dem Arsch kriegen, nicht, weil es im Zweifel wenigstens als politisch-korrekt antiamerikanisch durchgehen könnte).

Macht euch alle mal ein bisschen locker!

Ich versteige mich jetzt mal zu der Behauptung, dass die Rassismus-Schreier auf allen Kanälen selbst ein gewaltiges Rassismusproblem haben: Sie sehen anscheinend beispielsweise die Argentinier als den Deutschen unterlegen an und daher gehört es sich nicht, da noch draufzuhauen, denn „Man schlägt keine Schwächeren!“. Bei den USA in meinem obigen Beispiel wäre es eine „David-gegen-Goliath“-Situation, da sie uns Deutsche als den USA unterlegen sehen. Da dürfte man dann schon mal auf die Kacke hauen!

Was das Schlimmste ist? Dass uns die Kommentatoren beim Freundschaftsspiel  gegen Argentinien (03.09.2014) dieses unsägliche Gaucho-gate noch einmal aufs Brot schmieren werden. Ich kann Béla Réthy schon hören… Und die Blöd-Zeitung auch.

Schulfrust oder Die Unmöglichkeit, Notengebung zu verstehen

8. Juli 2014 4 Kommentare

Während in einigen Bundesländern die Kinder schon selig in den Ferien sind, dauert es hier noch fast drei Wochen. Und vor die Ferien hat der Gesetzgeber die Zeugnisse gesetzt. Und vor den Zeugnissen kommt die Notengebung. Und die führt wieder einmal zu Frust und Hass!

Fall 1: Sohn2 hat in diesem Schuljahr in Chemie im 2. Halbjahr einen anderen Lehrer als im ersten. Und zwar – leider – das anerkannte Schulekel, vor dem jede/r zittert. In der schriftlichen Arbeit hat er eine 3 geschrieben (oh Wunder bei dem Lehrer!) und letzte Woche bekam er auf Nachfrage mitgeteilt, dass er im Zeugnis eine 3 bekäme. So weit, so gut! Alles chillig! Heute wurden der ganzen Klasse die Noten vorgelesen – und jetzt ist es plötzlich eine 4. Erklärung Fehlanzeige!

Fall2: Auch in Bio wechselte der Lehrer zum Halbjahr. Der Lehrer des ersten Halbjahres gab im Zeugnis eine 3 und stellte in Aussicht, dass bei gleicher Leistung (oder etwas besserer) auch eine 2 drin wäre. In der Arbeit im 2. Halbjahr schrieb Sohn2 dann eine 3 und schätzte sich bei der Notenbesprechung auch auf 3 ein. Man stelle sich die Verwunderung vor, als der Lehrer (Referendar) ihm eröffnete, er erwäge, ihm eine 5 zu geben.Auf die Frage nach der mündlichen Note kam die Antwort, dass er die „noch nicht ausgerechnet“ habe… Hallo?!? Sein Heft könne er nicht bewerten, da er dies – wegen Krankheit – eine Stunde zu spät abgegeben habe und das noch zu haltende Referat (alle in der Klassen sollten Gruppenreferate halten und die Gruppe von Sohn2 kommt erst noch dran) könne nicht mehr einfließen, da jetzt die Noten schon eingetragen werden müssten.

Ich glaub echt, ich spinne! Der Lehrer hat schon die Endnote, muss aber die mündliche Note erst noch ausrechnen? Damit sie zur Endnote passt?

Ich habe derzeit einen unglaublichen Brass auf Lehrer! Ich weiß, dass ich damit auch vielen Unrecht tue, aber ich könnte gerade eben kotzen.

Besser kann man Kinder nicht demotivieren!

Manchmal glaube ich, dass alle mit einer sadistischen Ader, bei denen der NC nicht für Zahnmedizin gereicht hat, Lehrer werden!

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Hovno

2. Juli 2014 1 Kommentar

Vorgestern habe ich unser Auto zum TÜV bzw. zur Erteilung einer solchen Plakette zum Händler unseres geringsten Misstrauens gebracht. Für die Zeit des Werkstattaufenthalts der Familienkarre bekam ich ein Ersatzfahrzeug, welches vor der Rückgabe wieder zu betanken war. Wenn ich den Wagen nur nach Hause und wieder zurück in die Werkstatt bewegt hätte (vielleicht 10 km insgesamt), hätte ich mir das ja wahrscheinlich gespart, aber da ich tatsächlich ein wenig unterwegs war, musste es sein.

Unser Auto ist ein Touren und der Leihwagen war ein Golf. Grundsätzlich kein Problem und auch das Schalten ging problemlos, obwohl ich jetzt schon viele Jahre Automatik fahre. Außerdem war der Golf ein Diesel und die sind ja bekanntlich schwer abzuwürgen. (Übrigens kann man auch einen Diesel abwürgen, wenn man versucht, im 3. Gang anzufahren…)

Als ich mich also auf den Weg zur Wagenrückgabe mit vorheriger Betankung machen wollte, kam mir die glorreiche Idee, doch erst einmal zu schauen, wie denn der Tankdeckel aufgeht. Beim Touren ist unter dem Haltegriff innen an der Fahrertür so ein Schnupsi, welches den Tankdeckel entriegelt. Leider hatte der Golf das nicht…

Auch die ausgiebige Betrachtung der zahlreichen Knöpfe, Regler, Drehschalter ringsum Armaturenbrett und Mittelkonsole zeigten nichts, dass der Tankdeckelentriegelung dienen könnte. Der große Griff links unterm Lenkrad war für die Motorhaube; das war mir klar, ohne ihn auszuprobieren, und alle anderen Schnupsi-Nupsis waren so beschriftet, dass deren Bedeutung mehr oder weniger klar war, aber nichts mit Tankdeckelentriegelung zu tun hatten.

Offen zugänglich würde der Tankdeckel ja wohl nicht sein; dass hatte ich zuletzt vor 25 Jahren an meiner Ente!

Aber so ein Auto würde ja sicherlich eine Bedienungsanleitung haben. Ah ja, im Handschuhfach, wie erwartet!

Allerdings war das nicht die Instant-Lösung, denn die Bedienungsanleitung war auf – TSCHECHISCH!

Hallo!?!

Ich kann sehr sehr gut Englisch und bin auch durchaus imstande, mir Anweisungen aus einem französischen, italienischen oder spanischen Text herauszufiltern, wenn es denn sein müsste, aber ich meine: TSCHECHISCH?!

Außer dobrý den (guten Tag), pivo (Bier) und McBucek (der von mir sehr geschätzte McBacon) ist da nicht viel…

Bier beim Autofahren ist eine ganz schlechte Idee, hungrig war ich nicht und auch wiederholte freundliche Begrüßungen gen Armaturenbrett gerichtet brachtenmir nicht die Antwort oder die Erleuchtung.

Also nahm ich mir die Bedienungsanleitung trotzdem vor und suchte erst einmal nach den Bildchen, die so erklären sollen, welche Anzeige denn was bedeutet, im Allgemeinen und nach dem Bildchen der Tankuhr im Besonderen. Diese Bildchen sind ja meist irgendwie beschriftet mit Zahlen, deren Bedeutung dann im Text erläutert wird. Die Tankuhr hatte eine 6 und im Text verwies mich die Kennziffer 6 dann auf eine Seite (strana; wieder was gelernt!) im hinteren Teil.

Nach einigem Geblätter konnte ich dann feststellen – dass sich der Tankdeckel tatsächlich „einfach so“ durch Draufdrücken entriegeln lässt! Allerdings wohl nur bei aufgeschlossenen Auto.

Nun stand dem entspannten Tanken nichts mehr im Weg (und ich war ob meiner Blödheit sehr froh, dass ich mir die Gedanken zum Öffnen des Tankdeckels schon zuhause und nicht erst an der Zapfsäule gemacht habe…)

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