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Der Islam gehört NICHT zu Deutschland


Egal, was unser Ex-Bundespräsident und unsere Bundeskanzlerin sagen: Der Islam gehört NICHT zu Deutschland!

Und ehe jetzt reflexhaft alle schon in den Beschimpfungsmodus gehen: Auch das Judentum und das Christentum, ganz zu schweigen von Hinduismus, Shintoismus, Voodookult (you name it…) gehören nicht zu Deutschland.

Keine Religion gehört zu Deutschland!

Die Christen, Juden, Muslime, Hindus, …, ja, die gehören zu Deutschland, genauso wie Atheisten. Solange sie unsere Gesetze anerkennen und befolgen.

Und die Gesetze dürfen nicht von religiösen Ansichten geprägt sein und den Religionen keine Sonderrechte gewähren! Kein „dritter Weg“ beim Arbeitsrecht, keine Beschneidung, kein Schächten, kein Abweichen von unseren Gesetzen im Ehe- und Familienrecht!

Im privaten Bereich darf jeder glauben, was er will, aber seine Handlungen haben den Gesetzen zu genügen, die wir uns geben. Und auch Politiker dürfen ihre religiösen Überzeugungen nicht zur Maxime ihres Handelns machen. Du hältst Präimplantationsdiagnostik für falsch? Prima, dann wende sie nicht an! Homoehe kannst du dir nicht vorstellen? Dann heirate nicht gleichgeschlechtlich! Aber bitte schreib nicht anderen Leuten vor, wie sie zu leben haben!

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  1. 12. Januar 2015 um 23:57

    Hm. Mir ist deine Einstellung zu ein paar Dingen nicht ganz klar, fürchte ich. Falls ich fragen darf:
    Was soll denn ein Mensch zur Maxime seines Handelns machen, wenn nicht seine Überzeugungen?
    Wie gibt man Gesetze, ohne anderen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben?
    Wie bestimmst du, was zu Deutschland gehört und was nicht, und was bedeutet das für dich jeweils?

    • 13. Januar 2015 um 20:59

      Fragen über Fragen…😉
      Was gehört zu Deutschland? Ich bin der Überzeugung, dass Deutschland als modernes Land sich an den Erkenntnissen der Naturwissenschaften ausrichten sollte. Das betrifft Deutschland als Staat / Land / offizielles Gebilde – nicht das Denken seiner Einwohner, denn das kann man nicht kontrollieren. Wenn also jemand religiös sein will, dann kann er das im Privaten durchaus sein. Allerdings darf religiösen Institutionen nicht mehr Einfluss gegeben werden als der Eltern-Kind-Turngruppe oder den Philatelisten.

      Was die Gesetzgebung anbetrifft, so gilt auch hier, dass auch hier keine religiösen Überzeugungen jedweder Art ins Spiel kommen dürfen. Sicher schreiben Gesetze vor, wie man zu leben hat. Allerdings sollten diese Gesetze so wenig wie möglich einschränken und nicht auf religiösen Prinzipien basieren (Sterbehilfe) oder diese berücksichtigen (Beschneidung).

      Als Maxime des Handelns eignet sich der kategorische Imperativ recht gut, wie ich finde.

      Sorry, ich bin heute Abend etwas unstrukturiert, aber ich will auf keinen Fall die Diskussion abwürgen.

      • 13. Januar 2015 um 22:20

        Okay, wenn ich noch nicht nerve, dann würde ich noch nachfragen, weil ich nicht sicher bin, alles verstanden zu haben:
        Wenn du sagst, dass etwas zu Deutschland gehört oder nicht, dann meinst du damit also, dass es aus deiner Sicht in Deutschland sein sollte oder nicht?
        Und du findest, dass Menschen zwar gerne religiöse Überzeugungen haben dürfen, das ist dir völlig recht, aber dann sollen sie nicht danach handeln? Stimmt das so? Kannst du erklären, aus welchem Grund sie das akzeptieren sollten? Machst du das selbst auch manchmal so, dass du Überzeugungen hast, die du aus Prinzip immer ignorierst, oder forderst du eine Sonderbehandlung für Religionen?

        • 16. Januar 2015 um 20:57

          So! Wochenende und endlich etwas mehr Zeit🙂

          Vielleicht muss ich einfach unterscheiden zwischen Deutschland als offiziellem Staat und Deutschland als Gesellschaft der Menschen, die hier leben.

          Das Staats-Deutschland sollte aus meiner Sicht komplett laizistisch sein und Religion keine Rolle spielen und keinerlei Sonderrechte eingeräumt bekommen. Ebensowenig darf sich die Religion im Gesetzgebungsverfahren widerspiegeln oder religiöse Gruppierungen Einfluss auf die Gesetzgebung und damit verbundene Entscheidungen (z.B. Ethikkommission) nehmen dürfen. Hier hat keine Religion einen Platz und insofern gehört hier auch keine dazu.

          In der Gesellschaft sollte natürlich Religionsfreiheit herrschen mit dem großen „Aber“: Keine religiöse Handlung darf gegen geltendes Gesetz verstoßen. Wenn also beispielsweise das betäubungslose Schlachten von Säugetieren verboten ist, dann darf es davon keine Ausnahmen geben (Stichwort: Schächten). Wenn Scheidung, Wiederverheiratung, das Eingehen gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften legitim sind, dann darf kein Arbeitgeber sagen, dass das bei ihm für eine Kündigung reicht. Wenn Abtreibung oder die „Pille danach“ erlaubt sind, dann darf das keiner Frau verweigert werden. Wenn Menschen ein Recht auf Unverletzlichkeit des Körpers haben, dann dürfen Beschneidungen nicht legal sein. Wenn bspw. konfessionslose oder anderskonfessionelle Menschen an Karfreitag tanzen wollen, dann darf es der Kirche nicht gestattet sein, dies verbieten zu lassen. Unter dieser Prämisse darf aber jeder seinem Glauben anhängen und glauben, was er will. Und wer was anderes oder nichts glauben will, darf das auch. Diese Menschen sind dann aber nicht „der Islam“, „das Judentum“ oder „das Christentum“, sondern Individuen mit ihrem individuellen Glauben (und ich glaube, dass jeder Gläubige ein klein wenig anders glaubt). Und diese Menschen gehören zu unserem Gesellschaft-Deutschland, ohne Frage.

          Religionen dienten in grauer Vorzeit dazu, Menschen als Gruppe zu disziplinieren und auch als Erklärungsversuche für die Welt, die uns umgibt. Heute geben wir uns Gesetze, um uns als Gesellschaft zu disziplinieren und zur Erklärung der Welt haben wir die Naturwissenschaften.

          • 17. Januar 2015 um 13:41

            Ich hoffe, ich nerve noch nicht, würde aber jedenfalls gerne noch mal nachhaken: Siehst du Religion da in einer Sonderrolle? Warum sollen gerade religiöse Überzeugungen keine Rolle spielen dürfen und keine Sonderrechte erhalten?
            Gilt das teilweise oder ganz auch für sozialistische, Liberale, astrologische, solipsistische, utilitaristische, transhumanistische, feministische oder vegetarische Überzeugungen?
            Und nach welchem Maßstab?
            (Ich bin sehr versucht, auch noch an der Formulierung herumzumäkeln, „wir“ würden „uns“ Gesetze geben, aber ich lass das mal, bevor ich hier noch als Troll geblockt werden, was ich sehr bedauern würde.)

            • 21. Januar 2015 um 16:16

              Sorry, es hat etwas länger gedauert, bis ich Zeit hatte, dir zu antworten.

              Um es vorwegzunehmen: Die Formulierung, „wir“ würden „uns“ Gesetze geben, hat mir auch etwas Bauchschmerzen gemacht…

              Was die Sache mit den verschiedenen Überzeugungen anbetrifft: Interessante Frage! Hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht…

              Astrologische Überzeugungen lasse ich mal ganz außen vor. Die dürfen ü-ber-haupt keine Rolle spielen, weil sie einfach Schwachsinn sind! (Was sie in meiner Sicht nicht von Religionen unterscheidet.)

              Bei allen anderen Überzeugungen gilt ja, dass sie entwicklungsfähig sind, man mit ihren Anhängern diskutieren kann und sie keinen Allgemeingültigkeitsanspruch erheben. Sie schließen sich auch nicht zwingend gegenseitig aus: Ich kann liberale Feministin sein oder sozialistische Vegetarierin. Ich kann aber nicht jüdischer Katholik oder muslimischer Hindu sein.

              Auch fußen viele der von dir genannten Überzeugungen auf Beobachtungen der Welt und der Beschäftigung damit, auch wenn es eher auf geisteswissenschaftlicher als auf naturwissenschaftlicher Ebene passiert (wobei ich mit dem Begriff der Geisteswissenschaft auch meine Probleme habe).

              Insofern: ja, ich sehe Religionen da in einer Sonderrolle, da ihre Behauptungen durch nichts zu belegen sind. Sie sind Privatvergnügen und sollten keinerlei Mitspracherecht bei gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Themen und Entscheidungen haben.

              • 22. Januar 2015 um 16:44

                Bei allen anderen Überzeugungen gilt ja, dass sie entwicklungsfähig sind, man mit ihren Anhängern diskutieren kann und sie keinen Allgemeingültigkeitsanspruch erheben.

                Ich habe da andere Erfahrungen gemacht, will das aber nicht verallgemeinern.

                Kann man dann zusammenfassend sagen, dass du der Meinung bist, dass Überzeugungen nur dann im politischen Diskurs eine Rolle spielen sollten, wenn sie empirisch (nach bestimmten wissenschaftlichen Kriterien?) ausreichend begründet sind?
                Das ist natürlich heikel, wenn auch lobenswert, weil du damit nach meiner Wahrnehmung sowas wie 97% des gesamten politischen Diskurses abschaffen müsstest und eigentlich die ganze Bundesrepublik, wie wir sie kennen.
                Nicht, dass ich dagegen von vornherein Einwände hätte…

                • 24. Januar 2015 um 21:51

                  Ja, das hast du gut zusammengefasst!

                  Ist mir schon klar, dass das eine Idealvorstellung ist, die voraussetzt, dass Politiker immer das Große und Ganze im Blick haben und sich nicht von Eigeninteressen oder den Wünschen von Lobbygruppen leiten lassen. Dass das nicht so ist, sieht man ja an der Rentenpolitik… Ist aber ein anderes Thema…

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