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Theorie und Praxis


Ich bin ja ein aufgeklärter und wissenschaftlich interessierter Mensch, höre Unmengen von wissenschaftlichen Podcasts, lehne jede Form von Esoterik ab und weiß, dass bestimmte Sachen einfach nicht funktionieren – es sei denn, sie tun es trotzdem…

Zwei Mal wöchentlich arbeite ich nachmittags in einem Büro in unserer kleinen blöden Stadt, in der man keinen Parkplatz bekommt – es sei denn, an einem der ausgewiesenen entlang der Main Street. Und die haben alle Parkscheinautomaten.

Also stelle ich dort mein Auto ab und ziehe brav einen Parkschein. (Das Geld horte ich vorher schon die ganze Woche im Portemonnaie, da der Automat selbstverständlich nicht wechselt!) Der vom Automaten gewünschte Betrag ist € 1,60 für 2 Stunden (und länger darf man nicht parken. Gut, ich parke da 4 Stunden, aber egal…) Ich werfe also meine Münzen ein und je-des-Mal, wirklich jedes einzelne beschissene Mal, fällt die 1-Euro-Münze durch.

Das ist absolut unabhängig von der Reihenfolge der Münzen, der Anzahl bzw. dem Wert der anderen Münzen, vom Wetter, der Sonneneinstrahlung…

Jedes Mal!

Und da ich weiß, dass es ab-so-lut nichts nützt, die Münze am Automaten zu reiben, mache ich das natürlich auch nicht. Ich bin ja nicht doof! (Im Gegensatz zu einigen anderen Zeitgenossen, wie die Kratzspuren am Automaten neben dem Einwurfschlitz zeigen…)

Also werfe ich geduldig (mit abnehmender Tendenz) immer wieder meinen Euro ein. Mal schnell, mal langsam, mal eher von oben, mal eher von unten, mal vor den anderen Münzen, mal danach…

Und wenn ich dann irgendwann die Faxen dicke habe, klappe ich den (imaginären) Kragen meines (imaginären) Trenchcoats hoch, damit mich keiner erkennt, reibe den Euro am Automaten (Kratzspuren neben dem Münzeinwurfschlitz weisen den Weg ^^) – und erhalte prompt und zuverlässig das Objekt meiner Begierde aka Parkschein.

WHY????

  1. 15. Februar 2015 um 08:03

    Weil jeder Parkscheinautomat erst gekratzt werden will, bevor er seinen Dienst tut😀

  2. 15. Februar 2015 um 08:55

    Wir haben hier in Wiesbaden und Mainz seit Jahren schon das praktische Handyparken, ich bin daher leider keine Erfahrung mehr in der Nutzung von Kleingeld an Parkautomaten.

    Doch wie ich, dass die neueren Hartgeld-Prüfer elektronisch arbeiten, daher hat das Reiben der Geldstücke eher eine beruhigende Wirkung auf den Nutzer, als auf den Automaten. Soviel zur Theorie, in der Praxis ist mMn. das Reiben an der Seite der höfliche Hinweis, dass man gleich richtig sauer und dagegen treten wird und dann klappt es plötzlich. Das muss so.

    • 15. Februar 2015 um 18:56

      Das praktische Handyparken hätte ich hier auch gern. Ich hatte mich zu meiner Kommunalpolitikzeit vor gut 10 Jahren schon dafür eingesetzt, aber „the powers that be“, die hochgradig technikfeindlich sind, haben das in Bausch und Bogen abgelehnt.

      Also werde ich wohl weiterhin kratzen…

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