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Archive for Oktober 2014

Es kommt der Tag, da will die Säge sägen…

18. Oktober 2014 3 Kommentare

Ja, es ist super, wenn man sich in sein Reihenhaus einen Kamin einbaut.

Ja, der Kamin braucht Holz.

Ja, man kann bestimmt Geld sparen, wenn man das Kaminholz nicht zerkleinert kauft, sondern selbst Hand anlegt.

Ja, das geht mit der Motorsäge bestimmt total gut.

ABER WENN MEIN GARTEN NUR 40 QM GROß IST UND DESWEGEN ALLE AKTIVITÄTEN CA. 10 M VOM WOHNZIMMER MEINER NACHBARN STATTFINDEN, DANN IST ES ASOZIAL, SEIT WOCHEN JEDEN SAMSTAG DEN GANZEN NACHMITTAG HOLZ ZU SÄGEN!!!!

Wahrscheinlich wird der Winter lang und hart, denn seit Wochen sägt der Gemeine Reihenhäusler jeden (!) Samstag Nachmittag Holz. Mit einer Motorsäge! Er trägt dabei Helm und Gehörschutz. Ich in meinem Wohnzimmer nicht. Also, der Helm ist jetzt auch nicht so notwendig, aber der Lärm geht mir echt auf den Sack!

Meine Fresse! Ja, kann man machen! Aber nicht in einer beschissenen Reihenhaussiedlung, in der die Gärten 6 m breit und ca. 7 m lang sind und dann schon an die Gärten der Nachbarn in der Parallelstraße stoßen! Das geht vielleicht, wenn ich auf einem Aussiedlerhof lebe oder zumindest in einem freistehenden Haus!

Wenn mir geschnittenes Holz zu teuer ist, dann kauf ich mir entweder keinen Kamin oder ich hack den Scheiß eben mit einem Beil klein!

Apropos Beil: Hätte ich eins gehabt, hättet ihr mich heute in der Tagesschau sehen können… The Shining lässt grüßen!

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Terry Hayes – Faceless (I am Pilgrim)


Ein Buchzitat, dass mich heute sehr bewegt hat – wegen seiner Aktualität:

„Er erzählte mir, er fege den Platz, damit sie ihn sahen und wussten: Ein Jude hatte überlebt, das jüdische Volk lebt weiter, seine Menschen haben das alles durchgestanden. Der Platz stellte seine Rache dar. Als Kind sei er sein Spielplatz gewesen – er sagte, er sei an jenem Abend dort gesessen, als die Nazis kamen. Ich habe ihm nicht geglaubt – was wollte denn ein siebenjähriger Jude an dem Ort? Da zeigte er auf die alte Universität und sagte, sein Vater sei der Bibliothekar gewesen und die Familie habe in einer Wohnung hinter seinem Büro gewohnt. Ein paar Jahre nach der Bücherverbrennung hat der Pöbel ihn und seine Familie abgeholt. Wie gesagt, es ist immer dasselbe – erst werden die Bücher verbrannt, und am Ende verbrennen sie Menschen. Seine Eltern und vier Geschwister sind alle umgekommen. In fünf Jahren war er in drei Lagern gewesen, alles Vernichtungslager, darunter Auschwitz.

Weil es ein solches Wunder war, dass er überlebt hatte, fragte ich ihn, was er gelernt habe. Er lachte, und sagte, nichts, was man originell nennen könnte. Der Tod ist schrecklich, das Leid schlimmer. Wie üblich waren die Arschlöcher in der Mehrheit – auf beiden Seiten des Zauns. Dann dachte er einen Augenblick nach. Eines habe ihn seine Erfahrung gelehrt: Wenn Millionen Menschen, ein ganzes politisches System, zahllose Bürger, die an Gott glauben, sagen, sie würden dich töten – dann hör ihnen einfach zu.“

Vor dem Hintergrund der Aktivitäten der IS lässt mich das sehr nachdenklich zurück.

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