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Archive for März 2008

Familienfeier

31. März 2008 9 Kommentare

Gestern waren wir bei der Kommunion des Sohnes der Schwester von Superdad eingeladen. Als protestantisch erzogene Konfessionslose habe ich es ja nicht so mit diesen Feiern im Fast-noch-Kleinkindalter. Ich finde, es hat schon einen Sinn, dass man in der evangelischen Kirche erst mit 14 (nämlich, wenn man auch religionsmündig ist) zur Konfirmation geht. Und gerade bei den Kleineren habe ich festgestellt, dass bedauerlicherweise die Geschenke (vor allem deren Anzahl bzw. die Summe der Geldgeschenke) im Mittelpunkt stehen. Und Aussagen wie die des Patenonkels („Na, Kommunionkind, jetzt hast du es ja bald geschafft! Morgen noch mal Kirche, ist ja Pflicht, und dann ist es rum…“) können meine Ansichten hierzu nicht wirklich erschüttern. Aber jeder wie er es mag…

Da ich bereits einmal auf einer Kommunion war und der Weihrauch-Mief bei mir einen heftigen Migräne-mit-Übelkeit-Anfall ausgelöst hat, habe ich mich geweigert, in die Kirche zu gehen. Superdad steht da auch nicht so drauf und meiner Schwägerin war’s auch egal, also sind wir erst zum Mittagessen aufgelaufen.

Zum Glück war Superdads andere Schwester mit Mann und Töchtern (beide schwon erwachsen) auch da (was nicht selbstverständlich ist, denn meine beiden Schwägerinnen können so gar nicht miteinander…). Sie saßen uns gegenüber und so war dann auch die Unterhaltung bei Tisch gesichert.

Das Essen war genießbar, da meine Schwägerin in weiser Voraussicht nicht selbst gekocht, sondern einen örtlichen Metzger mit der Lieferung beauftragt hatte. Putenschnitzel, Schweinesteak „Hawaii“ und Lendentopf mit Gemüse unter Sauce Hollandaise und diversen Beilagen. Nichts Weltbewegendes, aber wenn man weiß, was die sonst so essen, muss man dankbar sein.

Was ich hasse, ist, wenn meine SchwieMu ununterbrochen herumschleicht und die Leute zum Essen animiert (ich meine, es ist doch nicht ihre Feier, oder?). Was ich noch mehr hasse, ist, wenn sie am Buffet neben mir steht und mir erzählt, was es alles gibt, während ich mir den Teller fülle. Ich bin doch nicht blind und so exotisch war das Essen nicht, dass ich es nicht erkennen konnte. Wobei ich schreien könnte, ist, wenn sie mir dann noch aufmunternd mehrfach über den Arm rubbelt, so nach dem Motto „Komm, Kind, iss doch noch dies und das und schau mal, hier ist noch Salat.“ Und auf ein höfliches (durch die Zähne!) „Danke schön!“ nur die ganze Aufzählungs-Tirade von vorne beginnt. Argh! 👿

Dank des wunderbaren Frühlingswetters konnten die Kinder draußen spielen und haben sich auch wirklich vorbildlich benommen. Das baut einen ja dann auch wieder auf. Immerhin haben sie Eidechsen gefunden – und eine tote Maus, die Sohn2 so sehr faszinierte, dass er sie am Schanz hochhob, woraufhin meine Schwägerin in spitze Schreie ausbrach. Sehr lustig! 😈

Am Nachmittag (also ungefähr 1,5 Stunden nach dem Essen) wurde dann das Kuchenbuffet eröffnet. Böse Blicke (und erneutes aufmunterndes Armgerubbel) erntete ich für meine Weigerung, mich erneut und zeitnah zum Mittagessen der Völlerei hinzugeben. Ich hielt mich also an meiner Tasse Doppelschwerterkaffee (der, wo man die Schwerter auf der Unterseite der Untertasse durchsehen kann) fest und biss die Zähne zusammen.

Und da um 17 Uhr die ganze Meute sich erneut auf den Weg zur Kirche zu einer weiteren Andacht machte, konnten wir dann auch die Flucht ergreifen – yeah!

Die nächste Kommunion ist erst in 2 Jahren… Vielleicht sind wir bis dahin ausgewandert – Neuseeland soll ja schön sein!

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Verhaspelt?

29. März 2008 11 Kommentare

Übrigens habe ich mir selber auch noch ein Geschenk gamcht und mir bei eBay einen Wollwickler und eine Haspel (nein, keine Schweinshaxe 😆 ) gekauft – yeah! 😛

Heute habe ich die beiden neuen Schätzchen zum ersten Mal ausprobiert.

Zuerst die Haspel an den Tisch geschraubt:

Garnhaspel (2)

und dann den Wollwickler:

Wollwickler (2)

Im Hintergrund lauert schon meine Lorna’s Lace Shepherd Sock Wool

Lorna's Lace Shepherd Sock 504 Lakeview

und hier ist sie auf der Haspel

Garnhaspel

und binnen kürzester Zeit – gar kein Vergleich zum blöden Gewickel per Hand – habe ich ein wunderschönes Wollknäuel (sogar zwei, weil es ja zwei Stränge waren)

Lorna's Lace Shepherd Sock 504 Lakeview (4)

Die Farbe heißt übrigens Lakeview, falls jemand von euch neu geweckte Begehrlichkeiten befriedigen möchte… 😀

Jetzt gibt es keine Ausrede mehr, die ganzen herrlichen Strangwollen nicht zu kaufen!

42

28. März 2008 8 Kommentare

ist ja die Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“, dann ist das doch auch die richtige Antwort, wenn einer fragt wie alt ich bin, oder?

Auf jeden Fall habe ich viele nette Glückwünsche per PN, Mail, E-Card, Telefon und SMS bekommen und da ich eigentlich recht ungesellig bin, freut es mich um so mehr, dass so viele an mich gedacht haben. 😀

Superdad hat meine Wunschliste abgearbeitet und mich mit den folgenden Büchern überrascht:

Bücher Geburtstag 45 (2)

Stricken für Moppel (Big Girl Knits
) ist ein wunderschönes Buch mit vielen Anleitungen und Anregungen, wie man Pullover auf Form bringt, auch wenn man viel Form hat:

Bücher Geburtstag 45 (3)

Das New Pathways for Sock Knitters habe ich mir gewünscht, weil ich schwer im Sockenrausch bin (ist das schon jemandem aufgefallen?) und hierin viele neue Anregungen, wie man eine Socke aufbaut und strickt, sind. Nichts, wenn man „mal eben schnell“ eine Anleitung nachstricken möchte, aber eine Fundgrube an Tipps und Tricks und neuen Ideen.

Bücher Geburtstag 45 (4)

Na, und weil frau ja nicht immer nur stricken kann, auch etwas Leichtes zum Schmökern
. Hierauf bin ich durch eine Rezension bei der Krimi-Couch aufmerksam geworden – bin mal gespannt!

Bücher Geburtstag 45

Aber die absolut größte Überraschung des Tages 😮 habe ich aus dem Briefkasten gezogen:

Eingeschlagen in feines weißes Papier fand ich dies:

Madhatter Stricknadelrolle (2)

Eine total geniale Stricknadelrolle von der allerliebsten und -besten Madhatterin der Welt! Danke, danke, danke – und danke! 😆

Wie man sieht, habe ich die Rolle gleich eingeweiht – und es ist noch viel Platz für weitere Nadeln (ob ich die Knitpicks aufstocken sollte 8) …?) Katrin, woher wusstest du, dass ich so etwas unbedingt haben wollte und bislang nur zu faul war, zu nähen?

Ich will euch die Rolle von außen ja nicht vorenthalten; wie bei der jungen Künstlerin nicht anders zu erwarten, wird der Stoff von Skulls geziert. Mit Rücksicht auf mein fortgeschrittenes Alter (ihr erinnert euch: 42, gelle!) sind es allerdings Hippie-Skulls:

Madhatter Stricknadelrolle (3)

Hier noch einmal das Stöffchen in seiner ganzen Schönheit:

Madhatter Stricknadelrolle (5)

Ach ja, eine Karte war natürlich auch dabei:

Madhatter Karte

Madhatter Karte (8)

Na dann: Prost!

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Socken…

26. März 2008 4 Kommentare

…mal wieder. 😳

Um die Wolle von den Crusoe-Socken endlich alle zu bekommen, habe ich für Sohn1 noch ein Paar Spiralsocken ohne Ferse gestrickt. Er mag die gerne!

Angeschlagen habe ich 8 Maschen mit dem Magic Cast-on und dann mit der Propellerspitze auf 60 Maschen zugenommen. Die Propellerspitze fand ich einfach gut zum Muster passend.

Heelless spiral socks (3)

Durch das Muster ziehen sie sich ziemlich zusammen und sehen „ungefüllt“ eher aus wie biologisch abbaubare Walkondome, aber mit Inhalt erkennt man dann doch, dass es Socken sind:

Heelless spiral socks (5)
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Bis zur Unendlichkeit

25. März 2008 5 Kommentare

Hier surfen ja jeden Tag viele schlaue Leute vorbei, vielleicht kann mir ja jemand helfen…

Sohn1 (dem muss ja echt langweilig sein in den Ferien) stellte mir heute die folgende Frage:
Wenn zwischen 1 und 2 unendlich viele Zahlen sind (wegen der Dezimalbrüche), dann sind ja zwischen 1 und 3 doppelt so viele Zahlen. Ist das dann ein kleineres Unendlich und ein größeres Unendlich?

Ich habe erstmal mit den Augen gerollt 🙄 , mit den Ohren geschlackert 😯 und die Antwort vertagt… 😕

Nachdem ich jetzt 2 Stunden darüber gegrübelt habe, bin ich der Meinung, dass man das so nicht sagen kann, denn Unendlich ist ja keine genau quantifizierbare Größe (so wie ein Dutzend oder so) und deswegen kann man da auch nicht von größer oder doppelt so groß sprechen. Schließlich ist 1 + ∞ = ∞.

Liege ich da falsch? Oder kann man das dem Kind irgendwie noch besser erklären?

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Warten auf Freitag? Nö, fertig am Samstag…

22. März 2008 7 Kommentare

Bereits irgendwann im letzten Jahr haben mich die Crusoe-Socken bei Knitty angesprungen und bei *ähem* Woolworth 😳 habe ich dann zufällig auch genau DIE Wolle dafür gefunden.

Na ja, nachdem ich mich sehr gewundert habe, warum nur 44 Maschen angeschlagen werden (wo ich sonst doch 60 brauche), habe ich mal einfach losgestrickt und es kam, wie es kommen musste: Ich bekam die olle Socke kaum – eher gar nicht – über die Ferse. 😥 Ja, okay, die geringere Maschenzahl hätte ein dezenter Hinweis sein können, dass hier ein andere Wolle als die „Standard“-Sockenwolle verwendet wurde…

Auf Ribbeln hatte ich gar keine Lust und es gibt ja hier im Haushalt auch noch Menschen mir noch kleineren Füßen (mittlerweile nur noch einen Menschen…) Und so sollte dann Sohn 2 in den Genuss eines Paares bunter Socken kommen. Aber nach der Fertigstellung der ersten Socke überkam mich das SSS und die Socke musste ein einsames Dasein in meinem Strickkorb fristen – bis gestern.

Nachdem ich nämlich ziemlich wütend meine Digitessa wieder aufgetrennt hatte (irgendwo sind mir beim Twisten 2Maschen abhanden gekommen), brauchte ich ein anderes Projekt. Und da ich mich nicht entscheiden konnte zwischen den vielen Mustern, habe ich dann einfach mal tugendhaft einen Kumpel für den armen Einzelgänger im Strickkorb genadelt.

Crusoe socks (4)
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Nur Geduld?

20. März 2008 12 Kommentare

Geduld war noch nie meine Stärke. Die Länge meines Geduldsfadens liegt im Mikrometerbereich und ich habe ein ziemlich hitziges Gemüt.

Während ich vor 20, 25 Jahren eher ungeduldig war, wenn es darum ging, dass Sachen endlich passieren sollten, bemerke ich mit fortschreitendem Alter eine wachsende Ungeduld mit meinen Mitmenschen. Man kann es auch Intoleranz oder beginnenden Seniorenindividualismus (vulgo: Altersstarrsinn) nennen, aber wie es unsere englischsprachigen Freunde so schön ausdrücken: „I don’t suffer fools gladly!“ Leider fehlt mir auch die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann!

Es geht mir auf den Keks, wenn ich mit einem Anliegen irgendwo anrufe, den Sachverhalt schildere (ja, ich bin fähig, in kurzen, klaren deutschen Sätzen mich verständlich auszudrücken!) und dann eine Rückfrage kommt, die mir zeigt, dass mir von Anfang an kein Schwein zugehört hat!

Mich nerven Leute, die nicht sagen, was sie wollen, aber dann beleidigt sind, wenn meine PSI-Kräfte nicht ausreichen, um ihre Gedanken zu lesen.

Mich kotzen Leute an, die versprechen, irgendwelche Sachen zu erledigen, es dann aber nicht tun, so dass ich es dann um 5 vor 12 (besser noch: 5 nach 12) wieder selber wuppen muss.

Erwachsene Menschen, die „Burtzeltach“ und „Herzlichen Glühstrumpf“ sagen und nur in Diminutiven sprechen, lösen bei mir eruptives Erbrechen aus! Ganz supi-ehrlich!

Ich finde Leute unmöglich, die alles im Leben nur aus ihrer Sicht betrachten, ohne das Große und Ganze zu sehen. Man muss nicht mit der politischen Führung unseres Landes einverstanden sein (bin ich auch nicht), aber bei allem nur zu jammern, weil man selber von irgendeiner Maßnahme betroffen ist und an allem sind die Anderen schuld und überhaupt ist das Leben so grausam und der Staat möge das doch bitte alles regeln – ÄTZEND!!!!

Ich hatte ja mal den Ehrgeiz, mich politisch (auf kommunaler Ebene) zu engagieren, aber mittlerweile bin ich auch hier komplett desillusioniert. Entscheidungen werden nicht zum Wohle der Bürger getroffen, sondern alles ist irgendwie Verhandlungsmasse, um Posten und Pöstchen, Ansehen und Macht für sich selber oder die Partei herauszuschlagen. Ich schmeiß das alles hin – dafür ist mir meine Zeit zu schade! Brauche ich nicht fürs Ego!

Und wer gibt Leuten eigentlich das Recht, mich dauernd mit irgendwelchen Ratschlägen zu überschütten? Meistens sind es Leute, die ein ganzes Ende dümmer sind als ich (ja, das kommt jetzt arrogant rüber, aber das ist mein Blog und ich kann schreiben, was ich will!), aber sie maßen sich an, mir zu erzählen, wie ich dieses und jenes besser oder anders machen kann. Ungefragt! Ich selber gebe mir allergrößte Mühe, anderen keine ungefragten Ratschläge zu erteilen! Und ich bilde mir ein, nicht so zu wirken, als könne ich nicht bis drei zählen und ich bin auch keine 14 mehr, aber trotzdem meinen einige – insbesonders männliche – Mitmenschen, dass ich ohne ihre Hilfe absolut lebensunfähig bin und echt nicht weiß, wo’s lang geht! HALLO? Geht’s noch?

Ganz besonders weit oben auf meiner derzeitigen Hassliste steht die Werbung. Wer denkt sich denn diesen ganzen Mist aus? Ja, es gibt auch wirklich gute und witzige Werbung, aber ganz ganz Vieles ist einfach gequirlter Quatsch: Ein blondes Blödchen stellt einen Krug mit Milch, ein Glas Honig und eine Garbe iregndwelcher Ähren in den Kühlschrank, bleibt ein Weilchen davor stehen und betrachtet ihre Maniküre und schwupps, beim erneuten Öffnen des Kühlschrankes finden sich darin Kinder-Milchschnitten! MÜLL!

Ein bescheuerter Schokopudding mit Sahne wirbt damit, dass er jetzt so superlecker ist, weil er direkt nach dem Füllen frischeversiegelt wird. Toll! Was habe die bis jetzt immer gemacht? Den Kram in die Ecke gestellt und nur einmal die Woche die Becher verschlossen? MÜLL!

„Mama, können Kühe eigentlich fliegen?“ „Ja, wenn ihre Milch so leicht ist, dass sie nur 1,5 % Fett hat!“ HILFE!!!!

Von der unsäglichen Saturn- und MediaMarkt-Werbung gar nicht zu reden! Ich könnte jedes Mal schreien, wenn diese „Jetzt sparen Sie die Mehrwertsteuer!“-Aktionen sind. „Ohne 19% MwSt! Sparen Sie 19 %!“ Ja, was denn nun? Können die alle nicht rechnen? Oder gehen die davon aus, dass ihre Zielgruppe es nicht kann? MIST!

Wenn das so weitergeht, bin ich spätestens mit 50 eine absolut unausstehliche Misantrophin!

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