Man sagt ja oftmals, dass sich die Geschmäcker (gibt es dieses Wort überhaupt?
) von Kindern im Laufe der Jahre ändern und nach der Pubertät dann auch Speisen gegessen werden, die vorher gar nicht gingen.
Sohn1 isst, seit er sprechen kann, keine Kartoffeln – außer als Pommes frites
Als Baby habe ich ihn mit selbstgekochtem Brei gefüttert, der aus Kartoffeln und diversen Gemüsen bestand. Hat er immer gegessen… Aber später ging gar nichts mehr: kein Kartoffelbrei, keine Salzkartoffeln, keine Bratkartoffeln, keine Klöße, nix, nada, niente!
Und so überreichte er bereits gestern Abend eine Protestnote, als ich verkündete, in Anbetracht des trüben Herbstwetters eine richtig feine Kartoffelsuppe zum Warmwerden kochen zu wollen. Mehrfach fragte er heute nach, ob es sich nicht doch um einen meiner schlechteren Scherze gehandelt habe.
Und dann saßen wir alle am Tisch und die Suppe dampfte verheißungsvoll im Topf. Und nach einem kurzen Wut- und Heulanfall, der niemanden beeindruckte, sprach das Kind die magischen Worte: „Gib mir auch ‘ne Portion!“ Ich habe ihm dann eine vorsichtige Schöpfkelle aufgefüllt, die er unter Motzen und Meckern aß. Das war schon mehr als ich überhaupt erwartet hatte, denn bislang löste die Einwirkung von unfritierten Erdäpfeln auf seine Geschmacksnerven stets Würgeanfälle aus.
Und dann war der Teller leer und das Kind sprach: „Kann ich bitte noch eine Portion haben?“
Während er die nächste Kelle verputzte, hörte ich die gemurmelten Worte. „Warum esse ich das eigentlich?“, aber er nahm auch noch ein drittes Mal. Insgesamt war es vielleicht ein normaler Teller voll, aber ich saß sehr verblüfft daneben.
Und dann traf mich ein Geistesblitz: Der Junge ist in der Pubertät! Und es ist mit Sicherheit nicht so, dass sich die Geschmäcker ändern, aber es fällt deutlich schwerer, längere Zeit ohne Nahrung zu überstehen, da ja diese Pubertisten ständig ausgehungert sind. Das war also ein typischer Fall von „Der Hunger treibt’s rein!“
Nächste Woche machen wir mal die Probe aufs Exempel: Ich gebe ihm drei Tage nichts zu essen und dann serviere ich Spinat. Mal schauen, ob das auch klappt!
Dann hätte ich auch empirische Belege für meine Theorie!
Hier noch das Rezept für die überaus leckere Suppe:
200 g Bacon Bits in 1 EL Öl auslassen
1 Zwiebel kleinhacken, dazugeben und glasig werden lassen
4 Möhren kleinschneiden
2 Stangen Porree in Ringe schneiden
1 Petersilienwurzel kleinschneiden
1 Pastinake kleinschneiden
1 Stück Sellerie kleinschneiden
viele Kartoffeln (ich habe mehligkochende genommen) kleinschneiden
Kartoffeln und Gemüse zu Speck und Zwiebeln geben und etwas andünsten
1 Liter Gemüsebrühe dazu und köcheln lassen, bis das Gemüse und die Kartoffeln weich sind (nach Geschmack). Dauert so ca. 30 Minuten.
Ich habe dann die Suppe ein wenig mit dem Kartoffelstampfer bearbeitet. So wird sie sämig, ist aber noch stückig und nicht so glatt püriert. Dann mit Majoran, Thymian, Salz und Pfeffer abschmecken, einen Ring Fleischwurst in Stücke schneiden und diese in der Suppe erwärmen.
Fertig!
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